Der Yugo feiert 2027 sein Comeback als moderner Kleinwagen. Mit neuem Design, Retro-Charme und günstiger Technik wird das Kultauto neu belebt.
In den 1980ern war der Yugo das, was heute ein Suzuki Alto ist: ein günstiges Einstiegsauto für die wesentlichen Bedürfnisse. Einst belächelt, hat sich der kantige Kleinwagen inzwischen zum Kultklassiker entwickelt – und steht nun vor einem beeindruckenden Comeback.
Vor fast 45 Jahren debütierte der Yugo, basierend auf modifizierter Fiat-Technik, gefertigt in den Zastava-Werken in Kragujevac. Sein kantiges Design erinnerte an den legendären Fiat Panda. Nach erfolgreichem Start im Heimatmarkt eroberte der Yugo auch internationale Märkte und erzielte bemerkenswerte Erfolge.
Sogar in den USA fand der kleine Jugoslawe seinen Platz. Mit einem Einstiegspreis von lediglich 3.990 Dollar unterbot er die Konkurrenz deutlich. Obwohl im Westen oft belächelt, gewann der Yugo eine treue Fangemeinde. Heute zieht ein originaler Yugo auf US-Car-Meets garantiert die Sympathien auf sich. Neben der Standardversion gab es auch ein ansprechend gestaltetes Cabriolet, und Zastava arbeitete kontinuierlich an sportlichen Varianten. Mit dem Ausbruch des Jugoslawien-Krieges endeten die Exporterfolge abrupt, doch in Serbien wurde die Produktion wieder aufgenommen. Nach zwei Facelifts wurde der Kleinwagen erst 2008 endgültig eingestellt.
Einst als Symbol für absolute Basismobilität betrachtet, avancierte der Yugo inzwischen zur Pop-Kultur-Ikone. Er findet Erwähnung in Büchern, Auftritte in Filmen und sein Wiedererkennungswert ist unbestreitbar hoch. Auch auf dem Balkan hat die nostalgische Verklärung längst eingesetzt.
Aktuell arbeitet ein Team um Prof. Dr. Aleksandar Bjelić an einer vollständigen Neuentwicklung des Yugo. Die ersten Designskizzen wurden bereits präsentiert, und noch in diesem Jahr soll ein Designmodell folgen. Ein fertiger Prototyp ist für die Expo 2027 in Belgrad geplant.
Für das Design zeichnet der serbische Designer Darko Marčeta verantwortlich. Seine Entwürfe fangen die Proportionen und die Essenz des klassischen Yugo perfekt ein. Der retrofuturistische Stil erinnert an Modelle wie den Hyundai Ioniq 5 und die Studie N74.
Im Gegensatz zu diesen wird der neue Yugo jedoch als erschwinglicher Kleinwagen positioniert. Die technische Basis bildet eine etablierte Plattform eines noch nicht genannten Kooperationspartners. Geplant ist ein modernes, preisgünstiges Fahrzeug, das allen aktuellen Sicherheitsstandards entspricht.
Obwohl eine Elektroversion denkbar ist, wird der neue Yugo zunächst mit Verbrennungsmotoren angeboten. Diese Entscheidung dient sowohl der Preisgestaltung als auch dem Fahrspaß und differenziert den Yugo von anderen Retro-Projekten wie dem neuen Renault 5 oder dem VW ID.Buzz.
Im Jahr 2026 plant Bjelić eine Rallye vom Werk in Kragujevac quer durch Afrika bis zum Kilimandscharo. Diese Veranstaltung ist eine Neuauflage einer Expedition von 1975, bei der fünf Zastava 101 die Strecke erfolgreich absolvierten. Für die kommende Rallye werden einige klassische Yugo-Modelle erworben und technisch aufbereitet, um die Robustheit der Ikone erneut unter Beweis zu stellen und gleichzeitig Interesse am neuen Modell zu wecken.
Autoliebhaber und Nostalgiker dürfen gespannt sein, wie dieses Kultauto des Ostens in der heutigen Automobilwelt seinen Platz finden wird. (ja)