Mehr Reichweite, neues Design und moderne Ladefunktionen: So fährt sich der überarbeitete Peugeot 308 im ersten Test 2026.
Fast vier Jahre nach dem Debüt frischt Peugeot die Kompaktbaureihe 308 auf – als Schrägheck und als Kombi 308 SW. Die optischen Änderungen fallen dezent aus, technisch dreht der Hersteller vor allem an der Batterieeffizienz und den vernetzten Diensten. Für ein fundiertes Zwischenfazit reichte die erste Ausfahrt in Portugal allemal.
Von vorn ist das Facelift klar erkennbar: Der 308 trägt nun die markentypische Drei-Krallen-Lichtsignatur mit neuen LED-Scheinwerfern, ab der Ausstattung GT leuchtet zusätzlich das Markenemblem im Grill. Die überarbeitete Frontschürze und die trapezförmige Stoßstange verbessern die Aerodynamik. Mit 4,37 Metern Länge (Schrägheck) und 4,64 Metern (SW) bleibt der 308 handlich – relevant für urbane Einsätze und enge Parkhäuser.
Im Innenraum dominiert das bekannte i-Cockpit mit kleinem Lenkrad unten und digitalen Instrumenten darüber. Nicht jeder kommt mit dieser Sitzposition auf Anhieb zurecht, eine Sitzprobe vor dem Kauf ist Pflicht. Der zentrale 10-Zoll-Touchscreen sitzt vergleichsweise tief, wird aber von den individuell belegbaren i-Toggles unterstützt: fünf kapazitive Direktwahltasten, die etwa mit Klimafunktionen, Navigationszielen oder Lieblingssendern belegt werden können. Das reduziert Tipparbeit und macht die Bedienung im Alltag übersichtlich.
Großen Anteil am Komfort haben die optionalen AGR-zertifizierten Sitze (Aktion Gesunder Rücken). In der getesteten GT-Ausstattung boten sie viel Seitenhalt in schnell gefahrenen Kurven und ausreichend Beinauflage auch für Großgewachsene. Insgesamt wirkt der 308 innen hochwertig verarbeitet, mit gut kaschierten Hartplastikflächen und ordentlicher Geräuschdämmung.


Zum Marktstart im Januar 2026 tritt der E-308 mit einem Antrieb an: Ein 115-Kilowatt-E-Motor (156 PS) an der Vorderachse liefert 270 Newtonmeter Drehmoment. Der Sprint von null auf hundert gelingt in 9,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit ist bei 170 Kilometern pro Stunde erreicht – kein Sportler, aber ausreichend für Alltag und Autobahn.
Die nutzbare Batteriekapazität liegt bei 55,4 Kilowattstunden (58,3 Kilowattstunden brutto). Dank optimierter Zellchemie steigt die WLTP-Reichweite beim Schrägheck auf bis zu 450 Kilometer; der SW-Kombi liegt je nach Ausstattung zwischen 405 und 410 Kilometern. Offiziell nennt Peugeot beim E-308 einen kombinierten Verbrauch von 14,9 bis 15,6 Kilowattstunden pro 100 Kilometer. Auf unserer Testrunde mit hohem Landstraßenanteil zeigte der Bordcomputer im SW 13,9 Kilowattstunden – ein realistischer Wert, der hoffen lässt, dass die WLTP-Angaben im Flottenalltag nicht zu weit verfehlt werden.
Bei der Ladeleistung bleibt der 308 im Klassendurchschnitt. An Schnellladesäulen zieht der Franzose bis zu 100 Kilowatt Gleichstrom; von zwanzig auf achtzig Prozent vergehen rund 32 Minuten. An der heimischen oder betrieblichen Wallbox lädt der serienmäßige dreiphasige On-Board-Charger mit 11 Kilowatt, eine Vollladung von zwanzig auf achtzig Prozent dauert etwa drei Stunden und 35 Minuten. Eine 22-Kilowatt-Option gibt es nicht.
Interessant für Fuhrparks sind die neuen Funktionen: Plug & Charge soll ab Frühjahr 2026 verfügbar sein und ermöglicht das bargeld- und kartenlose Laden – die Säule erkennt das Fahrzeug automatisch, die Abrechnung läuft über ein hinterlegtes Konto. Ebenfalls neu ist Vehicle to Load (V2L): Der E-308 kann externe Verbraucher mit bis zu 3,5 Kilowatt versorgen, etwa E-Bikes, Werkzeuge oder einen Laptop. Der Adapter ist über den Handel erhältlich.




Auf kurvigen Landstraßen rund um Ericeira zeigt der E-308 seine Komfortseite. Das Fahrwerk ist straff, aber nicht unnachgiebig abgestimmt und bügelt schlechte Beläge sauber weg. Die Lenkung spricht direkt an, ohne nervös zu wirken, der Wagen folgt präzise dem Fahrerwunsch. Trotz 18-Zoll-Rädern bleibt genügend Restkomfort, lediglich der SW rollt minimal straffer ab – voll beladen könnte sich das ausgleichen.
Der Antritt ist dank E-typischem Drehmoment spontan, der 308 bevorzugt aber ein eher entspanntes, gleitendes Tempo. Wer es darauf anlegt, sprintet in gut neun Sekunden auf Landstraßentempo; viel wichtiger ist jedoch, dass sich der Kompakte leise und unaufgeregt bewegen lässt. Die gute Dämmung sorgt dafür, dass Gespräche auch bei Autobahntempo ohne angehobene Stimme möglich sind.
Im Innenraum zeigt sich der 308 großzügig. Der Radstand von 2,68 Metern beim Schrägheck (2,73 Meter beim SW) sorgt für gute Beinfreiheit im Fond, auch wenn sie nicht so opulent ausfällt wie beim Golf. Die Sitze bieten ausreichend Komfort für vier Erwachsene.
Das Gepäckabteil des Schrägheck-Modells fasst beim E-308 zwischen 361 und 1.258 Litern bei umgeklappten Rücksitzen. Der SW-Kombi bietet deutlich mehr: 548 bis 1.483 Liter. Allerdings liegt der Elektro beim Kofferraumvolumen unter den Hybrid- und Diesel-Varianten – die Batterie fordert ihren Tribut. Beim SW lässt sich der Laderaumboden in zwei Ebenen verstellen, eine elektrische Heckklappe erleichtert den Zugang.
Die Anhängelast liegt beim Schrägheck bei 1.150 Kilogramm gebremst, beim SW bei 1.100 Kilogramm. Das reicht für kleinere Anhänger oder Fahrradträger mit E-Bikes, nicht jedoch für schwere Lasten. Die Stützlast beträgt einheitlich 70 Kilogramm.
Zum Facelift startet die Baureihe in Deutschland mit dem 308 Hybrid Style bei 34.110 Euro (Herstellerangabe, in der Regel inkl. USt.). Die elektrische Variante E-308 beginnt in der Ausstattung Style bei 42.435 Euro (Herstellerangabe, in der Regel inkl. USt.), der 308 SW E-308 liegt rund eintausend Euro darüber. Der von uns gefahrene, gut ausgestattete Testwagen kommt auf 48.790 Euro (Herstellerangabe, in der Regel inkl. USt.).
Damit bleibt der Aufpreis für die Elektrovariante gegenüber den Verbrennern deutlich. Für Flotten dürfte der E-308 vor allem dort interessant sein, wo geringe Verbräuche, attraktive Dienstwagenregelungen und lokale Emissionsfreiheit den höheren Listenpreis ausgleichen.
Mit dem Facelift schärft Peugeot den 308 behutsam nach. Design, i-Cockpit, AGR-Sitze und das ausgewogene Fahrwerk machen den Kompakten weiterhin zu einem ernstzunehmenden Golf-Rivalen. Die Elektroversion punktet mit effizienter Batterie, alltagstauglicher Reichweite und modernen Funktionen wie Plug & Charge und V2L – bleibt aber preislich auf anspruchsvollem Niveau.
Für Fuhrparkmanager, die Wert auf Komfort, Design und ein differenziertes Antriebsangebot legen, ist der überarbeitete 308 damit eine spannende Option in der Kompaktklasse.
Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP; Preise netto zzgl. USt.; SW-Preise ca. 840 Euro netto Aufpreis zum Schrägheck