Gut gebrüllt und abgeräumt: Im Juni rollt der neue Peugeot E-3008 zu den Händlern. Avanciert das Elektro-SUV dann auch zum neuen König der Löwen(-Marke)?
In Sachen Design weiß der agile Vollelektriker schon einmal voll zu überzeugen. Mit dem renommierten „Red Dot Design Award 2024“ bestätigte die Neuauflage, was bereits dem Vorgänger 2017 gelang: 39 Experten der internationalen Fachjury zeichneten den Franzosenstromer jetzt in der Kategorie „Produktdesign“ für seine gelungene Formensprache aus. Vor allem mit seiner dynamischen Fastback-Silhouette, der modernisierten Frontpartie und seiner umfangreichen Ausstattung punktet das stylische SUV-Coupé. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, wie kreativ die Entwickler an Ex- und Interieur geschliffen haben und gleichwohl an etlichen Stellen auf typische Merkmale der Löwenmarke verweisen. Dazu zählt u. a. die katzenhafte Linienführung, die sich aus den ausgewogenen Proportionen (Länge: 4,54 Meter) des vollelektrischen Kompakt-SUVs ergibt, ohne dabei am Platz für fünf Passagiere und Gepäck (520–1.480 Liter) zu sparen. Aufgepeppt durch wirksame Design-Extras wie den „schwebenden“ Spoiler, der den traditionellen Verlauf der Fließhecklinie selbstbewusster erscheinen lässt und gleichzeitig die Aerodynamik optimiert.
Aber auch in Sachen E-Antrieb und Reichweite zeigt der neue Peugeot E-3008 die Krallen. Der Bestseller, bisher wurden weltweit mehr als 1,3 Millionen Einheiten abgesetzt, will nun auch als Elektro-SUV eine neue Ära begründen. Schließlich ist der E-3008 das erste Modell auf der neuen Stellantis-Konzernplattform STLA und soll sich sowohl Flottenchefs und Fuhrparkmanagern als auch Privatkunden als neuer Technologieträger der Löwenmarke präsentieren. Bis zu satten 700 Kilometern WLTP-Reichweite verspricht der Hersteller. „Damit sind Fahrten von Hamburg bis nach München mit lediglich zwei Ladestopps drin“, unterstreicht Pressesprecherin Silke Ripplinger die Vorzüge von Peugeots feschem Vorzeigetromer. Für den Vortrieb sorgt ein E-Motor mit 210 PS (157 kW) und 345 Nm. Nachgereicht werden zudem eine Long-Range-Variante mit 230 (170) und eine allradgetriebene Dualmotorversion mit 320 PS (240 kW). Ebenso stark wie die Triebwerke sind indes auch die Preise. Ab 40.882 Euro (netto zzgl. USt.) geht’s mit der Ausstattungslinie Allure los.
Obwohl die Preise ganz schön happig sind, macht der E-3008 eine gute Figur und präsentiert sich auch bei unserem Fahrtest sehr aufgeräumt und ambitioniert. Starten und Sprinten gelingen handelsüblich für BEVs gut, Beschleunigen und Überholen machen ebenfalls, für die allermeisten E-Autos nicht ungewöhnlich, Spaß. Gut geräuschgedämmt surrt der E-3008 über die Bahn und legt im Sportmodus noch mal einen Mµ zu. Nun ist der E-3008 kein Spurtmonster, in 8,8 Sekunden ist Tempo 100 erreicht, aber will er ja auch gar nicht sein. Sein Terrain sind Stadt und Speckgürtel. Da reichen dann übrigens auch 170 km/h Spitze (abgeregelt) auf Autobahnen im urbanen Umfeld vollkommen aus.
Auffällig: Als einer der wenigen Modelle im Stellanti-Kosmos bietet der E-3008 eine dreistufige Rekuperation über Lenkradpaddles an. Der Verbrauch hält sich bei unserer Probefahrt über 123 Kilometer durch die Stadt, über Landstraße und Autobahn, bei der auch das gut abgestimmte Fahrwerk gepunktet hat, im Rahmen: 21,7 kWh im Durchschnitt stehen auf der Instrumentenanzeige des rund zwei Tonnen schweren Kompakt-SUVs.
Apropos: Im E-3008 feiert auch die KI-App ChatGPT Peugeot-Premiere. Sie soll der Sprachassistentin nicht nur ein wenig unter die Arme greifen, sondern eine ebenso verlässliche Ladeplanung liefern. In der Theorie okay, in der Praxis jedoch mit den bekannten Unsicherheiten behaftet. Wie alt ist die Ladesäule und ist sie überhaupt frei? Wie kann ich dort bezahlen, werden auch Kreditkarten akzeptiert? Immerhin: Laut WLTP-Wert sollen bis zu 524 Kilometer Reichweite drin sein, genügend Spielraum also, eine geeignete Ladestelle zu finden.





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