Mit 272 PS und bis zu 120 Kilometern Stromer Reichweite verspricht der Cupra Terramar Plug-in-Hybrid das Beste aus beiden Welten. Doch wie sieht es in Realität aus? Wir haben ihn ausführlich getestet.
Cupra ist bekannt für seine markanten Fahrzeuge, die auf dem Land und in der Stadt Augen auf sich ziehen. Dass hinter ihnen mehr als nur Design steckt, machte zuletzt der Geschäftsbericht der Seat-Gruppe für das Jahr 2024 deutlich. Seit Markteinführung verkaufte Cupra weltweit 800.000 Fahrzeuge. Und bis Ende 2025 will die Seat-Gruppe noch mal einen drauflegen, sollen es bis dahin doch insgesamt eine Million werden. Und darunter schwimmt ein Neuling.
Das stets wachsende Pkw-Portfolio von Cupra hat zuletzt das Kompakt-SUV Cupra Terramar hervorgebracht. Und obschon es noch relativ jung ist (Ende 2024 wurde er erstmals ausgeliefert), wurden in Deutschland von Januar bis Juni 2025 bereits 8692 Terramars zugelassen. Gewerbliche Halterinnen und Halter hatten dabei einen Anteil von 66 Prozent. Das heißt, auch in den Flotten ist der Terramar nicht unbeliebt. Mit dem Ziel bis zum Ende des Jahrzehnts 80 Prozent der Cupra-Fahrzeuge vollelektrisch vorfahren zu lassen, gibt es den Terramar allerdings erstmal nur als Verbrenner oder als Plug-in-Hybriden. Wir haben uns Letzteren, den Cupra Terramar Plug-in-Hybrid VZ mit 272 PS, geschnappt und ausführlich getestet.
Vorn wie hinten, Cupra legt Wert auf Akzente, so auch beim Terramar. Die Shark-Nose, ein nach unten gezogener Kühlergrill mitsamt Lufteinlässen, unterstreicht das Branding; Sportlichkeit vereint mit Design. Das Heck wird illuminiert durch eine rot aufleuchtende, durchgezogene Lichtleiste mitsamt aufleuchtendem Cupra-Logo. Innen geht es bewusst stylisch weiter, auch wenn hier und dort Hartplastik auffällt. Den Gesamteindruck schmälert das allerdings nicht, glänzt auch das Innere unseres Modells VZ unter anderem mit Designelementen wie Lichtleisten, die während der Fahrt aufleuchten. Das sportliche Lenkrad voller Knöpfe rundet den Eindruck ab. Für kleine und mittelgroße Mitbringsel wie Geldbörsen und Smartphones ist genug Platz im Cockpit des Terramars. Stauraum gibt es in den Türen, unter der Armlehne und im Handschuhfach.
Der Terramar VZ hat außerdem einiges an Ausstattung in Serie zu bieten: Climatronic mit 3-Zonen-Temperaturregelung, ein beheizbares Multifunktionslenkrad in Leder mitsamt Schaltwippen, Design-Goodies wie ein Smart Ambient Light mit hinterleuchteten Türelementen vorn und hinten, Sportsitze im Cockpit und ein Media-System-Plus mit 12,9-Zoll-Farb-Touch-Screen inklusive Sprachsteuerung. Ein Head-up-Display mit Navigationssystem und einem Virtual-Cockpit (volldigitales Kombiinstrument mit 10,25-TFT-Display) gibt es allerdings nur im Ausstattungspaket „Digital Drive“ gegen 752 Euro Aufpreis (alle Preise netto, zzgl. USt.) und in Verbindung mit dem Edge-Paket und Cupra Connect Plus. Das Edge-Paket ist im Terramar Plug-in-Hybrid VZ aber serienmäßig vorhanden.
Für ein wenig mehr Frischluft abseits der Climatronic gibt es im Rahmen des Skyline Paketes gegen 966 Euro Aufpreis ein Glasschiebedach mit Sonnenschutzjalousie. Per Knopfdruck kann die herausfahrbare Jalousie den direkten Sonneneinfall dämpfen. Diese braucht aber etwas Zeit, bis sie sich vollständig über die Öffnung gelegt hat.
Sportlichkeit ist beim Terramar Prinzip. Das bedeutet aber auch, dass das eine oder andere Schlagloch deutlich spürbar ist, was aber nicht heißt, dass der Terramar keinen Komfort bietet. Aber Priorität scheinen eher Dynamik und Sportlichkeit zu haben, trotz des gemächlichen 7,3-Sekunden-Sprints von 0 auf 100 km/h.
Dem Fahrspaß tut es aber keinem Abbruch, schießt man dank präziser Lenkung und präzisem Fahrwerk geschmeidig durch die Kurven. Wegen des tadellosen Sitzkomforts in den Sportsitzen vergisst man den ein oder anderen Rüttler doch schnell, erst recht auf gerader Strecke.
Der Terramar lässt sich in vier Fahrmodi fahren, die entweder im Untermenü des Touch-Screens eingestellt werden können oder direkt über den Knopf am linken Rand des Lenkrads. Zur Verfügung stehen Comfort, Performance, CUPRA und Individual. Während bei der Einstellung Comfort Name auch Programm ist, sprich ein ausgewogenes und komfortables Fahrprofil, das auch bei kräftigem Tritt ins Pedal gemächlich anzieht, bringt Performance den sportlichen Charakter des Terramar zum Vorschein. Das heißt ein dynamischer und präziser Fahrstil, eine härtere Lenkung, flankiert vom Aufheulen des Motors. Wem das nicht reicht, kann auf den Modus CUPRA schalten, der ähnlich dem des Modus Performance Bestleistung in den Mittelpunkt stellt, gleichzeitig aber noch einen Soundgenerator mit dem künstlichen Cupra-Sound parat hat.


Über den zentralen Touchscreen lassen sich Fahrzeuginformationen leicht auffinden und etwaige Funktionen, dank nutzerfreundlichem Design, leicht ansteuern. Wischen und tippen, mehr braucht man nicht zu tun, wie auf einem Smartphone. Und da dieses heutzutage ohnehin in jeder Hosentasche liegt, brauchen Fahrerinnen und Fahrer praktisch keine Eingewöhnungszeit. Das Navi (gegen Aufpreis erhältlich) muss nicht einmal am Touchscreen bedient werden, Sprachsteuerung sei Dank. Und diese funktioniert gut.
Auch die Power des E-Antriebs lässt sich sehen. Summend durch das Land, die Stadt und mit nicht allzu sportlicher Performance sollte man in die Nähe der vom Hersteller angegebenen 120 Kilometer kommen, unter Berücksichtigung eines gemäßigten Fahrprofils. Die Wetterbedingungen während unserer Testfahrten kamen dem Stromer zugegebenermaßen entgegen. Deutlich wurde aber auch, dass die vollelektrische Reichweite bei bergigen Passagen aufwärts und auf der Autobahn mit hoher Geschwindigkeit schnell abnimmt. Der Zweitonner muss entsprechend Kraft aufwenden.
Wer gern vollelektrisch fährt kann sich auch auf die Ladeperformance des Terramar PHEV verlassen, denn am Schnelllader ist die Batterie zügig aufgeladen. Insgesamt luden wir den Plug-in-Hybriden an einer 150-kW-Ladesäule innerhalb von 32 Minuten von 0 auf 90 Prozent. Durchschnittlich waren wir mit 36,6 kW dabei, maximal waren 50,4 kW drin.
Cupra gibt den Kraftstoffverbrauch des Cupra Terramar Plug-in-Hybrid bei entladener Batterie mit 5,7-6,1 Liter/100km an. Wir sind die Teststrecken ausschließlich im Modus Comfort gefahren.
Nach unserer ersten Fahrt über 41 Kilometer mit durchschnittlich 30 km/h und Stop-and-go sowohl auf der Autobahn als auch innerhalb der Stadt und in umliegenden Ortschaften lagen wir nach 1:23 Stunden mit 6,3 Liter/100km nur leicht über den Herstellerangaben.
Bei der zweiten Fahrt mit entladener Batterie im flüssigen Berufsverkehr über 51 Kilometer mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h und einer Fahrzeit von 0:51 Stunden lagen wir mit 5,8 Liter/100km dann innerhalb der angegebenen Werte.
Die dritte Fahrt über 0:44 Stunden mit durchschnittlich 69 km/h und einem Fahrmix zwischen Ort, Stadt und Autobahn kam nach 51 Kilometern auf einen Verbrauch von 6,0 l/100km.
Bei der Fahrt mit gefülltem E-Akku über hauptsächlich Landstraßen und Dörfer mit bergiger Kulisse verbrauchten wir während einer knapp eineinhalbstündigen Fahrt und nach 76 gefahrenen Kilometern bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 56 km/h insgesamt 2,6 Liter/100km und 11,9 kWh/100km. Anzumerken ist allerdings, dass der Akku bei bergigen Passagen bergauf und auf der Autobahn äußerst schnell an Reichweite verlor.
Plug-in-Hybride bringen einige Vorteile mit sich. Einerseits spart die kurze Strecke mit Elektroantrieb Geld, morgens können Sie ruhig vom Parkplatz losfahren und gleichzeitig tun Sie etwas für die Umwelt. Andererseits erfreuen sich Besitzerinnen und Besitzer von Plug-in-Hybriden in Firmenflotten von einer vergünstigten Versteuerung, Stichwort Dienstwagenprivileg. Laut aktueller Reform des Einkommensteuergesetzes kann bei Anschaffung eines Plug-in-Hybriden vor dem 1. Januar 2031 der Steuersatz von 0,5 Prozent angesetzt werden. Wenn Sie vom Vorteil eines geminderten Steuersatzes profitieren wollen, muss ein Plug-in-Hybrid eine der folgenden beiden Voraussetzungen erfüllen:
Wer sportliches Design gepaart mit einer dynamischen Fahrweise und der Möglichkeit der elektrischen Mittelstrecke sucht, findet im Cupra Terramar Plug-in-Hybriden einen guten Kompromiss. Beim Verbrauch liegt der Terramar PHEV mit entladener Batterie sowie angepasster Geschwindigkeit zwischen 5,8 und 6,3 l/100 km und bleibt damit nahe an den WLTP‑Werten. Auch der vollelektrische Verbrauch lässt sich sehen, ist aber nicht Maß der Dinge. Abstriche erfordern der Federungskomfort und das verbaute Hartplastik. Letzteres fällt aber auch nur auf, wenn man genau hinschaut. Die Designelemente bieten da die passende Ablenkung. Der Preis lässt hingegen aufhorchen, denn mit dem nötigen Ausstattungspaketen, etwa für das Head-up-Display, kommt man schon sehr nah an die 50.000 Euro (netto) Marke. Dafür profitieren Dienstwagenfahrerinnen und Dienstwagenfahrer vom vergünstigen Steuersatz für Plug-in-Hybride. (ks)