Skoda hat den Enyaq geliftet. Das Modellbaujahr 2025 fährt mit mehr elektrischer Reichweite und neuem Design vor. Wir konnten das Update des Skoda Enyaq SUV bereits testen.
Mehr als 25.000 Enyaq SUVs und Coupés fanden 2024 in Deutschland ein neues Zuhause. Seit Marktstart im Jahr 2020 waren es europaweit sogar mehr als 250.000. Ein enormer Erfolg für Skoda und Grund genug für die VW-Tochter, ihrem vollelektrischen Kassenschlager Skoda Enyaq ein Facelift zu verpassen. Der Enyaq Modellbaujahr 2025 gesellt sich nun zur Design-Familie „Modern Solid“ und soll im Vergleich zum Vorgängermodell effizienter fahren. Schafft er es, die Erfolgsgeschichte der Enyaq-Familie fortzuschreiben? Wir testeten das Facelift des Skoda Enyaq bereits vor Ort in Lipno, Tschechien.
Die Oberfläche ist wichtig – schließlich ist sie das Einzige, was man sieht. Beim neuen Enyaq spürt man sie auch. Skoda schlägt nämlich beim Enyaq 2025 den bereits mit dem Skoda Elroq eingeschlagenen Weg und überträgt das Designprinzip „Modern Solid“ jetzt auf das Enyaq-Modellbaujahr 2025. Auf der Front ist das Logo der Marke verschwunden und wurde durch den Skoda-Schriftzug ersetzt. Darunter folgt ein Lichtband, das die beiden Scheinwerfer links und rechts miteinander verbindet, bevor darunter wiederum das sogenannte Tech-Deck-Face in Schwarz folgt. Innerhalb dessen befinden sich Sensoren (wie ein Radarsystem und eine Frontkamera), die die Fahrt sicherer machen sollen. Die unteren Lichtmodule sind ein wenig tiefer angesiedelt, am unteren Ende folgt eine Stoßstange mit dunklem Chromeinsatz.
Der Enyaq 2025 ist im Vergleich zum Vorgänger ein bisschen länger geworden, 9 mm, um genau zu sein, und misst jetzt 4.658 mm. Ansonsten bleibt es in der Breite bei 1.879 mm, in der Höhe sind es 1.622 mm und Radstand misst 2.766 mm.
Mehr Ausstattung gibt es jetzt in Serie. Unter anderem sind beheizbare Vordersitze und ein beheizbares Lenkrad, die 3-Zonen-Klimaanlage Climatronic, Side Assist, ein vorausschauender und adaptiver Abstandsassistent sowie ein Stauassistent bereits in der Einstiegsvariante Enyaq 60 vorhanden, ohne Aufpreis. Auch ist ab der Einstiegsvariante eine Wärmepumpe und ein Navigationssystem vorhanden. Gegen Aufpreis hingegen, zwischen 302 Euro und 1.042 Euro (alle Preise netto, zzgl. USt.), können 20 bzw. 21 Zoll Felgen aufgezogen werden.
Je nach Zahlungsbereitschaft kommt der Skoda Enyaq mit unterschiedlichen Innenausstattungen, darunter Loft mit Stoff/Kunstleder-Innenausstattung in Dunkelgrau und Dekorleisten in Alu brushed oder neben zahlreichen anderen Design-Selections auch die hochwertige ecoSuite gegen 1.722 Euro Aufpreis. Darin enthalten sind dann cognacfarbenes Leder und Kunstleder, die Armaturentafel wird durch ein Kunstlederpolster in Cognac mit feinen Nähten ergänzt. Allerdings ist dann noch recht viel Plastik verbaut, was hier und da sichtbar ist. Auch fühlt man beim Abtasten der (in unserem Fall) cognacfarbene Leder und Kunstlederbezüge schnell Plastik, das sich unter der Verkleidung versteckt.
Des Weiteren gibt es auch noch einige Ausstattungspakete (Clever, Plus, Advance und Maxx), die für Preise zwischen 1.000 und 6.008 Euro viele weitere Gadgets vorhalten. Da wären zum Beispiel Matrix-LED-Hauptscheinwerfer ab Variante Plus oder ein Head-Up-Display ab Advance. Eine wirklich ausführliche Zusatzausstattung gibt es allerdings erst ab dem Paket Plus gegen 2.739 Euro Aufpreis. Was diese ganzen Pakete beinhalten, können Sie im Skoda Enyaq Konfigurator nachprüfen.
Mit dem neuen Design „Modern Solid“ hat sich die Frontpartie des Enyaq verändert, was zu einer besseren Aerodynamik (Luftwiderstandsbeiwert cW 0,245) und folglich zu mehr Reichweite führen soll, wenn dann auch noch die passenden Räder parat sind. Auf dem Papier sind es beim Enyaq 85 bescheidene 13 Kilometer mehr im Vergleich zum Vorgänger. Da spielen aber in der Realität, wie es bei den Stromern nun mal der Fall ist, noch mehrere Faktoren mit, wenn es um die tatsächliche Reichweite geht. Der Verbrauch während unserer Testfahrt auf der Autobahn ging zeitweise enorm nach oben, insbesondere während des Sprints. Bis zu 50 kWh/100km zeigte der Bordcomputer zwischenzeitlich an. Auf der geraden Strecke mit gemäßigter Geschwindigkeit beruhigte sich der Verbrauch allerdings wieder. Die Rekuperation während der Fahrt war hingegen kaum spürbar. Ob bergab oder auf der geraden Strecke, das Fahrgefühl blieb maßgeblich dasselbe.
Die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h knackten wir hingegen nicht und versuchten es auch nicht, denn ein Sportwagen zu sein ist auch nicht der Anspruch des Enyaq. Er nimmt sich doch ein wenig Zeit, um aufzudrehen. 6,7 Sekunden braucht er, um von 0 auf 100 km/h zu kommen. Und das kann auf unebenen Straßen auch mal ruppig werden. Die Dämpfung ist an sich in Ordnung, nur im Sportmodus wäre die Autobahn der prädestiniertere Ort für das SUV. Aber der Enyaq glänzt auch eher als Familienwagen mit Raumangebot sowie Komfort und weniger als Flitzer. Der Seitenhalt in den Sitzen ist auch in Ordnung, ein bisschen mehr Grip hätte man sich bestimmt in den scharfen Kurven gewünscht und von denen hatten wir auf den felsigen Wegen auf und ab durch die wunderschöne Landschaft Tschechiens reichlich.
Ansonsten hört man während der Fahrt wenig Lärm, der ins Wageninnere dringt. Nur haben auf unserer Testfahrt irgendwann die Scheibenwischer angefangen, während des Wischens zu quietschen. Und apropos Geräusche: Die Signale der verpflichtenden Assistenzsysteme melden sich immer mal wieder, wie bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung oder beim Überqueren des Mittelstreifens. Diese Töne sind aber moderat wahrnehmbar und nicht so penetrant, wie bei anderen Marken.
Der Enyaq 2025 ist darüber hinaus mit reichlich Technik ausgestattet. Das Navi ist schon in der Einstiegsvariante mit dabei, ein 13-Zoll-Infotainmentbildschirm ist Serie. Hinzu kommt noch der Bildschirm hinterm Lenkrad. Auf beiden lässt sich der Verbrauch des Enyaq einsehen, im Infotainmentbildschirm ausführlicher. Das zentrale Display ist auch einfach aufgebaut, wie ein Tablet mit Apps lassen sich sämtliche Funktionen einfach, intuitiv und schnell ansteuern. Features wie die Temperierung lassen sich am unteren Bildschirmende nutzen. Aber auch Haptik gibt es noch im Enyaq. Wichtige Funktionen, wie zum Beispiel die Einstellung der Fahrmodi, lassen sich über Knöpfe unter dem zentralen Display einstellen. Allerdings wurden auch in dem neuen Enyaq die Smart Dials nicht installiert, die bereits im neuen Skoda Superb im Juni 2024 präsentiert wurden.



Mit einer Reichweite von knapp 550 Kilometern ist auf der Langstrecke kaum ein Zwischenstopp nötig, vorausgesetzt die Wetterbedingungen sind vorteilhaft. Und wenn doch ein Stopp notwendig ist, dann soll das Schnellladen von 10 auf 80 Prozent etwa 28 Minuten dauern. Das konnten wir jedoch nicht testen. Aber selbst wenn, macht das Warten kein Problem, sitzt es sich doch komfortabel im Enyaq und viel Platz haben Fahrer und Beifahrer ohnehin. Der neue Enyaq punktet wie schon sein Vorgänger mit reichlich Raumangebot und angenehm gepolsterten Sitzen hinten wie vorne. Mit einem Kofferraumvolumen von 585 bis zu 1710 Litern braucht man sich um zu wenig Stauraum für den Urlaub auch keine Gedanken zu machen. Außerdem bietet der Enyaq noch reichlich Stauraum unter der Mittelkonsole und in den Türen für zusätzliche Güter.
Der Verbrauch von E-Autos ist nebst der Ladegeschwindigkeit am Schnellader noch immer einer der größten Kritikpunkte. Kein Wunder, ist doch der tatsächliche Verbrauch von so vielen Dingen abhängig. Daher auch der Disclaimer von Skoda, wonach die offiziellen WLTP-Verbrauchswerte des Enyaq vom tatsächlichen Verbrauch variieren können. Die persönliche Fahrweise, Streckenbeschaffenheit, Außentemperatur, Witterungsverhältnisse, Anzahl der Mitfahrer, Vortemperierung, Nutzung von Heizung und Klimaanlage, all das kann die tatsächliche Reichweite des Stromers deutlich beeinflussen.
Unsere Strecke auf der Enyaq-Testfahrt war eine Mischung aus Landstraße, wenig Stadt und reichlich Autobahn, während uns der tschechische Mai mit zeitweise starken Regenschauern überraschte. Die Außentemperaturen auf unserer Testfahrt mit dem Enyaq 85x lagen hingegen noch zwischen moderaten 10 und 14 Grad auf unserer Strecke vom Prager Flughafen zum Skigebiet Lipno und zurück.
Auf der Autobahn zog der Akku ungemein, was wir während der Fahrt auf dem Bordcomputer einsehen konnten. Die gerade Strecke war nicht unbedingt ein Thema mit noch guten Verbräuchen. Mit Rekuperation bergab ging es dann sogar auch mal in den negativen Bereich. Bergauf mit 124km/h sauste allerdings auch der Verbrauch nach oben, zeitweise überstieg er sogar 50 kWh/100km, natürlich immer nur so lange, wie der Anstieg dauerte.
Am Ende unserer Testfahrten lagen wir mit unserem Allradler Skoda Enyaq 85x über den angegebenen WLTP-Verbrauchswerten, mal moderat, mal deutlich und das sowohl auf der ersten als auch auf der zweiten Testfahrt. Bei unserer ersten zweistündigen Testfahrt legten wir 131 Kilometer zurück, bei einem Verbrauch von 21,1 kWh/100km. Bei der zweiten Strecke legten wir in drei Stunden 230 Kilometer zurück und kamen auf einen Verbrauch von 19,3 kWh/100km. Auf beiden Fahrten mit dem Enyaq 85x lagen wir also über den von Skoda angegebenen Verbrauchswerten von zwischen 15,7 und 16,8 kWh/100km.
Das neue Modern Solid Design sorgt für eine markantere Optik und verbesserte Aerodynamik, während die erweiterte Serienausstattung den Komfort erhöht. Die Integration von Features wie einer Wärmepumpe, einem größeren Infotainment-System und verbesserten Assistenzsystemen unterstreicht den modernen Charakter des Enyaq. Trotz der optimierten Aerodynamik zeigt sich der Verbrauch unter anspruchsvollen Bedingungen allerdings doch als relativ hoch, insbesondere bei Autobahnfahrten mit höherer Geschwindigkeit. Auch die Materialwahl im Innenraum ist nicht durchgängig hochwertig – an einigen Stellen bleibt viel sichtbares Hartplastik.
Auf der Straße überzeugt der Enyaq mit gutem Komfort und leisem Fahrverhalten, wobei das Fahrwerk auf unebenen Straßen etwas straffer sein könnte. Die Reichweite von bis zu 549 km (Enyaq 85x) nach WLTP ist ordentlich, kann aber je nach Fahrweise und Bedingungen spürbar variieren. Insgesamt bleiben die Tschechen einmal mehr zuverlässig, bekommt man doch die gewohnt gute Kombination aus Preis, Leistung und Komfort. Damit bleibt der Skoda Enyaq 2025 ein solides Elektro-SUV mit hoher Alltagstauglichkeit und moderner Technik. Wer Wert auf ein geräumiges, komfortables und gut ausgestattetes Fahrzeug legt, findet mit dem Enyaq Facelift eine attraktive Option.
Im neuen Modelljahr fährt Skoda mit drei Varianten des Enyaq vor. 60 und 85 verfügen über einen Elektromotor und Hinterradantrieb, der 85x mit Allradantrieb hat einen zusätzlichen Elektromotor vorne:
Außerdem gibt es den Enyaq auch als Coupè, ebenfalls in den Versionen 60, 85 und 85x. Dank seiner Form kommt es mit leicht besseren cW-Werten auf die Straße und folglich auch mit besseren Verbräuchen nach WLTP. Nennenswert groß sind die Verbrauchsunterschiede zwischen SUV und Coupé allerdings nicht. Hier geht es lediglich um die Nachkommastelle.
Neu im Enyaq 85 und 85x ist bidirektionales DC-Laden, wodurch die Batterie zuhause auch als Stromspeicher dienen kann. Vor Ort, auf der Presseveranstaltung in Lipno, diente der Strom des Enyaq einem Barista als Energiequelle für bis zu 2.000 Kaffees.