Cupra startet mit einem neuen SUV durch. Anfang September 2024 vorgestellt, konnten wir das neue SUV Cupra Terramar bereits live vor Ort in Spanien testen.
Seat floriert und das schon seit einigen Jahren. Grund dafür ist unter anderem der enorme Erfolg der Seat-Marke Cupra, die sich äußerst stylisch, sportlich und jung zu inszenieren weiß. Laut Konzernangaben wurden seit 2018 mittlerweile 700.000 Pkw ausgeliefert und nun hat Cupra mit einem neuen Sport Utility Vehicle (SUV) nochmal einen draufgesetzt. Anlässlich des America’s Cup präsentierte die Seat-Marke am 3. September 2024 sein neues SUV Cupra Terramar, benannt nach der historischen Rennstrecke Autódromo de Sitges-Terramar. Wir konnten den sportlichen SUV Cupra Terramar vor Ort in Spanien bereits testen.
Was bei der Testfahrt mit dem Terramar schon vor dem Einstieg in das Auto deutlich wurde: Das SUV, das mittlerweile zu den Finalisten für die Auszeichnung 'Car of the Year 2025' zählt, fällt auf und zieht am Straßenrand einige Augen auf sich! Geschuldet ist es dem Design, folgt es doch dem gesamten Markenauftritt Cupras. Sportlich, aber auch aggressiv. Die Front des SUVs präsentiert sich als Art Haifisch-Nase („shark nose“). Ein nach unten gezogener Kühlergrill mit seitlichen Lufteinlässen suggeriert das Wesen eines Sportwagens. Trotzdem bleibt der Terramar ein SUV und zeigt mit seinen 1,86 Metern Breite und knapp 4,52 Metern Länge Präsenz.
Innen geht es stylisch weiter. Verschiedene Designelemente unterstreichen das sportlich-modische Auftreten des Terramar. Lichtelemente sind in den Türen verbaut und geben dem Inneren ein besonderes Ambiente, eine feine Lichtleiste ziert das Armaturenbrett. Zusammen illuminieren sie das Fahrzeuginnere mit dezenten Akzenten, die besonders in der Dunkelheit hervorstechen. Weitere Leuchten in der Decke lassen sich mit einer Berührung der Leuchte selbst aktivieren. Gegen Aufpreis von 937 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) hat der Terramar ein Panorama-Glas-Schiebedach, durch das Tageslicht und Luft auch von oben in das SUV gelangt. Sollte es im Sommer zu heiß werden, kann man auch die Jalousie unter dem Glasdach per Knopfdruck in wenigen Sekunden geschlossen werden, sodass eine farblich auf den Innenraum abgestimmte glatte Fläche entsteht.
Im Cockpit des Terramar ist für kleine bis mittelgroße Gegenstände reichlich Stauraum in den Türen, unter der Armlehne über der Mittelkonsole und im Handschuhfach vor dem Beifahrersitz vorhanden. Smartphones können in einer Ablage zwischen Fahrer und Beifahrer geladen werden. Zentral auf dem Armaturenbrett ist ein 12,9-Zoll-Infotainment-System platziert. Ein Navigationssystem, Head-up-Display und ein Virtual Cockpit gibt es allerdings erst gegen Aufpreis von 726 Euro im Paket Digital Drive. Für Musikenthusiasten unverzichtbar ist außerdem die Sound-Anlage von Sennheiser, die für einen glasklaren Sound sorgt. Die gibt’s gegen Aufpreis von 504 Euro. Der schwache Radioempfang hat den Genuss allerdings auf der Testfahrt ein wenig gemildert.





Die Rückbank bietet reichlich Platz und Komfort für Mitfahrerinnen und Mitfahrer und das selbst unmittelbar hinter dem Fahrersitz bei einer Fahrergröße von, in diesem Fall, 1,87 Meter. Des Weiteren kann im Fond zwischen den Mitfahrern eine Armlehne heruntergelassen werden, die zwei Getränkehalter enthält. Die Klimatisierung auf der Rückbank lässt sich durch Mitfahrer selbst regulieren. Außerdem gibt es Anschlüsse zum Laden von z. B. Smartphones. Das Kofferraumvolumen reicht im Plug-in-Hybrid von 400 bis maximal 490 Liter. Hier verringert der integrierte Akku das Fassungsvermögen im Vergleich zum Benziner, dessen Laderaum wiederum 508 bis 642 Liter bietet.
Inpuncto Ausstattungspakete muss man zumindest beim Einstiegs-Benziner etwas tiefer in die Tasche greifen, denn hier gibt es die HD-Matrix-Scheinwerfer und ein adaptives Fahrwerk nur gegen Aufpreis von 1.281 Euro im Paket Pure Performance und zahlreiche weitere Add-ons wie Smart Ambient Light, Multifunktionslenkrad in Leder mit Schaltwippen, Climatronic mit 3-Zonen-Temperaturregelung, Automatische Distanzregelung mit vorausschauender Geschwindigkeitsregelung und vielen weiteren Bestandteilen im nur im Edge Paket für zusätzliche 1025 Euro. Das Intelligent Drive Paket für 760 Euro bietet Rundumschutz in Form von unter anderem Top View Kamera inkl. Rückfahrkamera, Parklenkassistent und Auspark- und Spurwechselassistent und Ausstiegswarner. Bis auf die Limited Edition in Enceladus Grau Matt, kommt der Terramar im Gewand aus Fiord Blau und gegen Aufpreis von 647 Euro bis 941 in fünf weiteren Farben von Glacial White bis Dark Void Metallic.
Im Rahmen des Presse-Events konnten wir in und um Barcelona zwei Modelle des Cupra Terramar probefahren, darunter den Plug-in-Hybrid mit 272 PS und den TSI-Benziner mit 265 PS. Und auch wenn die Fahrten nicht allzu lang waren, konnten wir einen guten ersten Eindruck von Cupras neuem SUV bekommen.
Unsere Fahrten führte uns maßgeblich über die Autobahn und über Landstraßen, sodass wir unter anderem teilweise unebenen Straßen, auch Straßen mit Schlaglöchern, überquerten. Dabei fiel auf, dass der Terramar Unebenheiten nicht sonderlich gut ausglich. Fahrbahnunebenheiten waren deutlich zu spüren, Schlaglöcher umso kräftiger. Auch drangen Fahrgeräusche ins Wageninnere, sodass ein konstanter Geräuschpegel in Form von deutlichem Rauschen vernehmbar war. Tritt man das Pedal durch, zieht der Terramar ordentlich an. In seiner kräftigsten Version schafft er den Sprint von 0 – 100km/h in 5,9 Sekunden, untermalt vom Aufheulen des Motors. Kräftig zieht auch die Rekuperation des Plug-in-Hybrids an.
Ansonsten fährt es sich bequem, der Radstand von 2,68 Meter sorgt auf der geraden Strecke für reichlich Fahrkomfort. Auch sitzt es sich im Terramar dank der Sportsitze im Cockpit sehr bequem. Diese können elektrisch an die Fahrerbedürfnisse angepasst werden. Serie sind allerdings Stoffsitze, Ledersitze gibt es nur gegen Aufpreis und sind nur bei der Limited Edition Serie. Auch auf der Rückbank sitzt es sich bequem. Wie oben schon erwähnt, bietet der 4,52 Meter lange Cupra Terramar auch Mitfahrerinnen und Mitfahrern reichlich Platz, auch die Beinfreiheit auf der Rückbank ist nicht eingeschränkt.
Der zentrale 12,9-Zoll-Touchscreen des Terramar ist nutzerfreundlich gestaltet. Fahrzeuginformationen wie Verbrauch und Reifendruck, aber auch das Navi (gegen Aufpreis) und Radio sowie zahlreiche weitere Anwendungen lassen sich relativ einfach, wie Apps auf dem Smartphone, ansteuern. Interessant während des Gebrauchs: Wischt und drückt man während der Fahrt zu lange auf dem Touchscreen herum, wird der Bildschirm für einige Sekunden gesperrt und der Fahrer aufgefordert, sich auf die Fahrt zu konzentrieren. Dasselbe wird auch durch einen Signalton mitsamt Aufforderung im Bildschirm hinter dem Lenkrad aufgeführt, sobald der Fahrer oder die Fahrerin den Blick zu lange abseits der Fahrbahn richtet. Ebenfalls hervorhebenswert: Die Temperatur lässt sich mit unter dem zentralen Touchscreen fest verbauten Knöpfen direkt regulieren. Heißt, man muss nicht erst ein Untermenü heraussuchen, sondern kann Temperatur und auch die Lautstärke zügig regulieren.
Der Bildschirm hinter dem Lenkrad und das Head-up-Display (optional) zeigen die unmittelbare Umgebung des Wagens. Das heißt, Autos, Lastwagen, Roller (die in Spanien vor Ampeln äußerst motiviert in den Straßenverkehr eingreifen) vor und neben dem Terramar wurden als kleine Figuren im Bildschirm angezeigt. Auch die Geschwindigkeitsbegrenzungen werden dorthin projeziert. Diese wurden im Boardcomputer stets rasch aktualisiert und im Fahrer- und Head-up-Display angezeigt, auch das Überfahren des Mittelstreifens sowie Anweisungen des Navigationssystems. Aktuelle Geschwindigkeitsupdates von Autobahnanzeigen wurden allerdings nicht immer übernommen. Der Boardcomputer verblieb mit der Geschwindigkeitsbeschränkung der Verkehrsschilder.
Kleiner Kritikpunkt: Gewöhnungsbedürftig ist das Lenkrad, genauer die schiere Anzahl an Knöpfen, Reglern und Hebeln. Da kann man da schon mal den Überblick übers Geschehen verlieren. Ein Knopf auf der linken Lenkradseite zur Änderung der Fahrmodi ist eine gute Idee, wird dadurch doch auf einen weiteren Hebel auf der Mittelkonsole oder sonst wo verzichtet. Das wirkt allerdings im Rahmen der zahlreichen anderen Knöpfe eher als Gimmick.
Den Kraftstoffverbrauch des Terramar gibt Cupra auf ihrer Webseite für verschiedene Bedingungen wie Innenstadt, Stadtrand, Landstraße, Autobahn an, mitsamt dem kombinierten Verbrauch. Für den kräftigsten Benziner heißt das in der Innenstadt 11.6 l/100 km, am Stadtrand 8.5 l/100 km, auf der Landstraße 7.3 l/100 km, auf der Autobahn 8.4 l/100 km und kombiniert 8.5 l/100 km. Mit ihm, dem TSI-Benziner (265 PS), sind wir in und um Sitges maßgeblich auf Landstraßen und der Autobahn gefahren und lagen mit unserem Verbrauch von 8.9 Litern/100km letzten Endes über den angegebenen Kraftstoffverbräuchen, über dem kombinierten Verbrauch jedoch nur leicht.
Mit dem Plug-in-Hybrid (272 PS) ging es hauptsächlich über die Autobahn, durch die Innenstadt und am Ende der Fahrt kurz entlang eines Stadtrands. Der kombinierte Verbrauch lag mit E-Antrieb und 16.3kWh/100km unter dem angegebenen Wert von 17.6 kWh/100 km, beim Kraftstoffverbrauch allerdings mit 1.9l/100km deutlich über den angegebenen 0.4l/100km.
Auch wenn E-Mobilität langfristig Cupras Ziel ist, kommt der Cupra Terramar 2024 erstmal als reiner TSI-Benziner, als e-TSI Benziner (sprich mit Mildhybrid-Antrieb) und als Plug-in-Hybrid mit einer Spanne von 150 bis 272 PS auf den Markt:
Die ersten Modelle des Terramar sollen laut Konzernangaben noch im November 2024 ausgeliefert werden. Die America´s Cup Limited Edition wird es laut Pressemitteilung nur in begrenzter Stückzahl geben.



