Der Golf ist der kompakte Klassiker im VW-Programm. Nach vier Jahren Bauzeit bekommt die achte Generation ein Facelift, das vor allem unter die Haut geht.
Weltweit 37 Millionen verkaufte Einheiten seit 1974 – das sagt schon eine Menge aus über den Erfolg des VW Golf. Allerdings: Wie alle klassischen Kompakten musste auch der Golf in letzter Zeit Federn lassen, das Kompakt-SUV Tiguan hat ihn längst überholt als meistverkauftes Modell der Marke VW. Zumindest in Deutschland schaffte es der VW Golf 2023 aber erneut auf das Siegertreppchen der Neuzulassungen – zumindest im Gesamtmarkt. Bei den relevanten Flotten reichte es „nur“ noch für Platz drei – hinter den Konzern-Geschwistern VW Passat und dem Spitzenreiter Skoda Octavia. Dennoch: Um den Golf auch künftig weit oben im Neuzulassungs-Ranking zu halten, gönnt VW seinem kompakten Bestseller jetzt ein Facelift. Dabei geht es weniger um die Optik, sondern vor allem um ein besseres Infotainment und mehr Effizienz.
Am Golf-Design ändert VW wie gesagt nur wenig, die angepassten Stoßfänger und Leuchten werden wohl den wenigsten auf den ersten Blick auffallen. Prägnanter ist die – je nach Ausstattung verbaute – Hintergrundbeleuchtung des VW-Logos vorn, ein Stilelement, das VW mit dem Golf erstmals in Europa einführt. Dazu kommen neue Farben und Felgen für den VW Golf.
Leichte Kosmetik außen also, deutlich mehr Neues gibt es unter dem Blech. So basiert das Infotainmentsystem im Golf nun auf dem Modularen Infotainment-Baukasten der vierten Generation, kurz MIB4. Vor allem die Ergonomie will VW so deutlich optimiert haben, eine neue Grafik und Menüstruktur sollen im Golf für eine intuitivere Bedienung sorgen, sagt Wolfsburg. So verfügt der 10,4 oder 12,9 Zoll große Touchscreen zusätzlich zum Hauptmenü über zwei permanent sichtbare Touch-Leisten oben und unten (im VW-Jargon „Top Bar“ und „Bottom Bar“). Während die „Top Bar“-Funktionen neben dem Link zum Hauptmenü und zu den Fahrzeugeinstellungen frei individualisierbar ist, beherbergt die „Bottom Bar“ immer den Zugriff auf die Klimafunktionen.
Weniger digital wurde es dagegen an anderer Stelle im Golf-Interieur. So bekommt das Multifunktionslenkrad wieder richtige Tasten, um auch hier die Ergonomie zu verbessern. Eine weitere Änderung betrifft ebenfalls die bessere Bedienbarkeit: die jetzt endlich beleuchteten Slider für die Einstellung von Temperatur und Audiolautstärke unterhalb des Touchscreens.
Dazu gesellen sich zusätzliche Assistenzsysteme. Neu im Fünftürer und im Golf Variant – den überarbeiteten Kompakten bietet VW weiterhin in zwei Karosserievarianten an – sind der sogenannte „Park Assist Pro“, der ferngesteuertes Ein- und Ausparken via Smartphone ermöglicht, sowie eine 360-Grad-Kamera. Kein Assistenzsystem, aber trotzdem neu in Golf und Golf Variant: die aktuelle Ausbaustufe der LED-Matrix-Scheinwerfer mit bis zu 500 Meter Leuchtweite.
Auch unter der Golf-Haube hat sich etwas getan. Insbesondere die überarbeiteten Plug-in-Hybride hebt VW hervor. Sie sollen mit ihrem netto jetzt 19,7 kWh großen Akku (früher 10,6 kWh) – wie in Passat und Tiguan – bis zu 100 Kilometer rein elektrische Reichweite erlauben. Auch bei der Ladeleistung legte VW Hand an. An der AC-Säule laden die Plug-in-Hybride im Golf jetzt mit 11 statt 3,6 kW, und erstmals lassen sich die Teilzeitstromer schnellladen. Maximal 50 kW sind dann drin.
Insgesamt besteht die Antriebspalette des Golf in Zukunft aus neun Varianten:
Zu haben ist der neue Golf in vier Ausstattungslinien: als Basis Golf, als Life sowie in den beiden Top-Versionen Style und R-Line, wobei der Golf Style eher komfortorientierte und der Golf R-Line eher dynamikorientierte Kunden anspricht. Dazu gesellen sich die motorisierungsgebundenen Performance-Linien GTI und GTE.
LED-Licht, Klimaautomatik, Verkehrszeichenerkennung, Einparkhilfe vorn und hinten sowie Apple Carplay und Android Auto sind schon in der Basis mit dabei. Im Life gibt es zusätzlich unter anderem eine kabellose Lademöglichkeit für das Smartphone, Lendenwirbelstützen vorn, den adaptiven Tempomat, das Lederlenkrad und 16-Zoll-Leichtmetallräder. Eine Rückfahrkamera ist im Golf Style Serienstandard. Preise für den neuen Golf nennt VW noch nicht.



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