Langstrecken-Elektroautos werden für Fuhrparks immer interessanter. Aber wie verhalten sie sich in Sachen Restwert? Spoiler: Nicht schlecht.
Elektroautos für die Langstrecke? Mittlerweile geht das. Zugegeben: Nicht jeder Stromer eignet sich dafür, am Tag hunderte Kilometer zu reißen. Akkugröße und Schnellladeleistung spielen dabei immer noch eine große Rolle. Aber die Zahl der Elektroautos, die sich auch für längere Trips eignen, nimmt zu. Auch für Fuhrparks sind die Langstrecken-Stromer oftmals relevant – Stichwort Außendienst. Grund genug für uns, einen Blick auf die Restwerte der größeren Elektroautos zu werfen. Die Restwert-Experten der DAT haben deshalb für bfp FUHRPARK & MANAGEMENT diesen wichtigen TCO-Baustein genauer unter die Lupe genommen.
Dabei kommen viele der Langstrecken-Elektroautos laut DAT-Prognose auf ziemlich gute Werte. Spitzenreiter beim relativen Restwert ist Mercedes Elektro-Limousine der oberen Mittelklasse, der EQE 500 4Matic. Fast 56 Prozent (55,6 Prozent) beträgt der erwartete Händlereinkaufspreis nach drei Jahren und 60.000 Kilometern Fahrleistung. Und auch die beiden zweit- und drittplatzierten Elektromodelle, ebenfalls in der oberen Mittelklasse angesiedelt, kommen auf über 54 Prozent: Beim Porsche Taycan sind es laut DAT 54,6 Prozent, beim Audi e-Tron GT Quattro, Schwestermodell des Porsche, mit 54,3 Prozent kaum weniger.
Und wie geht es weiter? Zunächst ebenfalls mit Restwert-Prognosen oberhalb der 50-Prozent-Marke. So folgen auf den Plätzen vier und fünf zwei Mittelklasse-Modelle, und zwar dicht aufeinander. Der BMW i4 eDrive 40 kommt auf 52,5 Prozent, der Polestar 2 Long Range Single Motor, direkter Wettbewerber des Bayern, auf 52,3 Prozent. Und auch der Genesis Electrified G80 sowie der brandneue BMW i7 xDrive 60, eine beziehungsweise zwei Klassen über i4 und Polestar 2 angesiedelt, kommen noch auf über 50 Prozent Restwert. Der Genesis auf 51,5 Prozent, der BMW auf 50,4 Prozent.
Und dann steht die vier beim relativen Restwert an erster Stelle. So landet der Mercedes EQS 580 4Matic mit 48,7 Prozent direkt hinter seinem bayerischen Wettbewerber. Auf ähnlichem Niveau etwas darunter folgen in der oberen Mittelklasse der Nio ET7 mit gekauftem 100-kWh-Akku (48,3 Prozent) sowie in der Mittelklasse der Hyundai Ioniq 6 AWD und der Tesla Model 3 RWD mit 60-kWh-Akku mit jeweils 48,0 Prozent. Das Schlusslicht dieses Vergleichs bildet der ebenfalls in der oberen Mittelklasse angesiedelte brandneue BYD Han AWD, der auf 46,3 Prozent kommt.
Und der absolute Restwert? Lässt sich in diesem Feld nur schwierig vergleichen, weil wir Fahrzeuge verschiedenster Segmente untersucht haben. Eine Binsenweisheit ist: Eigner von Luxusfahrzeugen wie dem BMW i7 und dem Mercedes EQS verlieren am meisten Geld. Wobei der BMW auch beim Blick auf die absoluten Zahlen gegenüber dem Mercedes im Vorteil ist.
Blickt man jedoch auf die einzelnen Segmente, sind aber dennoch spannende Details erkennbar. So zum Beispiel der Tesla: Trotz schlechtestem relativen Restwert unter den Mittelklässlern verlieren Tesla-Eigner (nicht nur) im Segment-Vergleich am wenigsten Geld. Sowohl BMW i4 als auch Polestar 2 fallen hier trotz deutlich besseren relativen Werten nach hinten ab. Der deutlich günstigere Listenpreis des Tesla macht´s möglich.
Und auch bei den von uns verglichenen Modellen der oberen Mittelklasse unterscheiden sich die absoluten Restwerte teilweise deutlich. Wie der Tesla profitiert dabei auch der Genesis Electrified G80 von seinem günstigen Preis. Obwohl relativ gesehen unter den Modellen der oberen Mittelklasse eher im Mittelfeld des Rankings verortet, ist er im Segment absolut gesehen der Restwert-Sieger.











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