Fahrräder mit und ohne elektrischen Antrieb, Cargobikes und jetzt noch mehr Alternative. Die Cargoarea der Eurobike 2024 präsentierte die Ecomobility und stellte damit Konzepte für die betriebliche Mobilität der Zukunft vor.
Seit 2022 präsentiert Frankfurt auf der Eurobike Fahrrad- und Mobilitätsfans die Welt der Zwei- und Dreiräder, E- und Cargobikes und vieles mehr. 2024 war es im Juli wieder so weit. Vom 3. bis zum 7. Juli 2024 fand die Eurobike auf dem Messegelände der Messe Frankfurt statt und mit ca. 1.800 ausstellenden Unternehmen auf 150.000 Quadratmetern eröffnete sich allen Interessierten die Welt des Fahrrads, Zubehörs, der Accessoires, Bekleidung, Dienstleistungen und Services. Vertreten waren nicht nur deutsche Hersteller und Dienstleister, sondern Marken aus über 60 Ländern, von Skandinavien bis China. Dabei bot die Eurobike 2024 nicht nur der boomenden Fahrrad-Branche eine Bühne. Mit dem Wandel der Mobilitätswelt und dem Erstarken alternativer Fahrzeugkonzepte abseits vom Auto räumte die Eurobike 2024 dem Konzept Ecomobility viel Raum ein und blickte auf die betriebliche Nutzung von Fahrrädern, Cargobikes und alternativen Mobilitätsmitteln.
Mit dem Aufkommen von alternativen Mobilitätsmitteln, die nicht zuletzt durch die Umsetzung der CSRD forciert werden, präsentierte sich die Eurobike 2024 nicht mehr als reine Fahrradmesse. Ecomobility, Micromobility und New Mobility sind die Stichwörter; sie stehen für Mobilitätskonzepte, die am Zahn der Zeit ansetzen und Mobilität diverser darstellen. Als Konzepte reagieren sie unter anderem auf den zunehmenden Platzmangel in Ballungsräumen wie Großstädten. Ecomobility umfasst kleine, wendige Fahrzeuge sowie Transporthilfen wie unter anderem Lastenanhänger, elektrische Leichtfahrzeuge, Scooter, Kinderroller, Einräder und Rollatoren. Umweltfreundlich, wirtschaftlich und klimafreundlich wollen sie sein und Interessierten die Möglichkeit eröffnen, die Probleme, die mit Pkw- und Transportverkehr einhergehen, zu vermeiden. Und das soll insbesondere auch für Handwerksbetriebe in und um Großstädte interessant werden. Schließlich würden sie besonders unter vollen Straßen und kaum Parkplatzmöglichkeiten leiden.
Mit über einer Million Betrieben und einem Lehrlingsbestand von über 350.000 Personen ist das Handwerk ein vielfältiger Bereich und Teil städtischer Nutzungsmischung. Auf dem Weg zu ihren Kundinnen und Kunden innerhalb von Städten stoßen Handwerker allerdings zunehmend an ihre Grenzen. Parkmöglichkeiten werden immer rarer, Parkplätze sind praktisch zu jeder Tageszeit belegt und in zweiter Reihe oder auf dem Bürgersteig parken stößt nicht auf Begeisterung. Verspätungen und Stress seien Folgen, von denen weder Betriebe noch ihre Auftraggeber profitieren. Ecomobility und New Mobility als Alternativen zu den doch noch großen Transportern, Autos und Co. seien eine Möglichkeit für Betriebe, um dem Mobilitätsproblem aktiv entgegenzuwirken, sagt Carsten Benke, Referatsleiter beim Zentralverband des Deutschen Handwerks. Ohnehin sei das typische Handwerksfahrzeug nicht der 40 Tonner, sondern ein Kraftfahrzeug bis 2,8 oder 3,5 Tonnen und als Sprinterklasse, Kleintransporter, Pritschenwagen, Pick-Up, Kombi oder Kleinbus unterwegs.
Das Handwerk müsse sich zunehmend als Teil der Mobilitätswende begreifen, als Teil der „Stadt der kurzen Wege“, was dazu beitragen würde, viel unnötigen Verkehr zu vermeiden. Eine im Handwerk bereits genutzte Transport-Alternative wäre beispielsweise ein Lastenrad. Mit diesem könne man schneller zwischen Kunden agieren und zeitgleich Werkzeuge und Waren transportieren, ohne die gesamte Ausstattung eines Sprinters mit sich zu transportieren. Voraussetzung dafür sei allerdings eine angemessene Planung, insbesondere, wenn die Arbeit vor Ort mehr Werkzeug und Material bedarf. Noch ist ein Großteil der alltäglichen betrieblichen Mobilität im Handwerk auf die rollende Werkstatt oder das mobile Materiallager angewiesen. Hinzu kommt, dass sich Fahrprofile unterscheiden. Schornsteinfeger, Steinmetze, Bäcker, Fliesenleger, sie alle hätten nicht die gleichen Mobilitätsbedürfnisse wie der Anlagenbau, Dachdecker und Industriezulieferer.
Vor dem Hintergrund politischer Ziele wie der Emissionssenkung seien auch Handwerksbetriebe dazu aufgefordert, ihre betriebliche Mobilität und Mitarbeitermobilität zu überdenken und den ergänzenden Einsatz von E-Lastenrädern, E-Leichtfahrzeugen oder Sharinglösungen zu evaluieren. Anbieten würden sich Fahrzeuge ohne fossile Antriebe und tendenziell Fahrzeuge mit geringerem Gewicht, einfache und größere Lastenräder und Elektrokleinstfahrzeuge, die mitunter auch geringere Führerscheinanforderungen besitzen und eine leichtere Erreichbarkeit von Kunden gewährleisten.



In Zeiten des Fachkräftemangels tragen solche alternativen Mobilitätsmittel auch zur Mitarbeiterbindung bei: Gerade Handwerksbetrieben fehlen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und auch der Nachwuchs ist rar. Ein ausgewogener und auf die Belegschaft zugeschnittener Mobilitätsmix trage enorm zur Attraktivität der Arbeitgeberattraktivität und zum Imagegewinn bei. Und gerade Cargobikes und E-Bikes können auch ein Mittel der Mitarbeiterbindung bzw. -anwerbung sein, gerade in Ausbildungsberufen, wo der Nachwuchs mitunter früh einsteigt und keinen Führerschein besitzen.
Wie Klein-, Fein- und alternative Mobilität zukünftig das Stadtbild prägen wird bleibt abzuwarten. Zumindest Lastenräder scheinen sich bereits auch in Betriebsfuhrparks zu etablieren.
Die nächste, dann 33. Eurobike, soll vom 25. Bis 29. Juni 2025 auf dem Gelände der Messe Frankfurt stattfinden. Im kommenden Jahr sind die Messetage Mittwoch bis Freitag wieder dem Fachpublikum vorbehalten, bevor am Wochenende die Festival Days für alle Besucherinnen und Besucher offenstehen.




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