Auf der IAA Transportation 2024 hat Kia erstmals in Europa sein PBV-Konzept präsentiert, das maßgeschneiderte Lösungen für leichte Nutzfahrzeuge verspricht.
Logistik, Ride-Sharing und mehr: Bald wollen Kias PBVs den Markt für leichte Nutzfahrzeuge (Light Commercial Vehicles, LCVs) revolutionieren und maßgeschneiderte Elektromobilität für jede Anwendung bieten – autonom, flexibel und nachhaltig. Es soll der nächste Schritt in die Zukunft des Transports und der Transporter sein – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Die für Spezialfahrzeuge gebräuchliche Abkürzung PBV (Purpose-built Vehicle) definieren die Südkoreaner deshalb einfach mal neu und machen daraus: „Platform Beyond Vehicle“. Was der asiatische Mobilitätsanbieter genau darunter versteht, beschreibt er in seinem PBV-Konzept wie folgt: „Eine Palette zweckgebundener Elektrofahrzeuge, die eine über die Fahrzeuge hinausgehende Plattform bilden“. Es geht also um modulare E-Fahrzeuge, um Digitalisierung, Vernetzung, Robotik, autonomes Fahren und der Integration des Ganzen. Vereinfacht gesagt: Es geht um das Baukasten-Prinzip, also eine Plattformarchitektur auf der verschiedene Fahrzeugtypen entstehen, um skalierbare Batteriegrößen, die je nach Einsatzzweck angepasst werden können, um vielfältige Einsatzmöglichkeiten und Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Märkte und Kundenwünsche sowie natürlich um Kosten- und Zeiteffizienz.
Laut Kia eignen sich die PBVs sowohl für Geschäfts- als auch für Privatkunden und kombinieren zweckmäßige LCVs mit passgenauen Softwarelösungen, Over-the-Air-Updates sowie Abmessungen und Ladekapazitäten, die im Spitzenbereich des jeweiligen Segments liegen sollen. Damit aber noch nicht genug. Des Weiteren gaben die Südkoreaner während der IAA Transportion die Zusammenarbeit mit Geotab bekannt, einem der weltweit führenden Anbieter von vernetzten Transportlösungen.



Alles Schritte und Neuigkeiten, die zeigen, dass Kia es ernst meint, nun auch in Europa und vor allem auch hierzulande ins Nutzfahrzeuggeschäft einzusteigen. Wie das aussehen wird und was für PBV-Baureihen künftig den hiesigen LCV-Markt aufmischen sollen, zeigte die Marke ebenfalls auf der IAA Transportionen und präsentierte Studien zu den künftigen Modellen PV5 und PV7 auf ihrem großzügigen Stand in Halle 13 des Hannoveraner Messegeländes. Denn bereits im kommenden Jahr soll der mittelgroße PV5 als erstes Serienmodell auf der neuen skalierbaren Elektroplattform gefertigt werden und sogar gleich noch 2025 ans Netz gehen.
Zu den typischen Charaktereigenschaften eines Kia PBVs zählen unter anderem große Türen mit einer säulenlosen Öffnung, ein verlängerter Radstand für einen vergleichsweise großen, flachen Innenraum sowie ein einklappbares Lenkrad für eine „büroähnliche Umgebung“ im Cockpit. Die Beschaffenheit der PBVs soll robust und solide, die Bedienbarkeit einfach und intuitiv sein. Als Erstes soll es vom PV5 einen mehrsitzigen Personentransporter geben, der sich als eine Art Familienvan besonders an den privaten Neuwagenmarkt richtet. Des Weiteren ist auch eine PV5-Variante als reines Lieferfahrzeug in verschiedenen Cargo-Versionen – unter anderem mit Hochdach-Karosserie – geplant.
In einer zweiten Phase will Kia den etwas größeren PV7 an den Start bringen. Diese Modellreihe soll ebenfalls in den Varianten Familienvan, Personenshuttle und als reiner Transporter mit verschiedenen Aufbauten etwa 2026/2027 vom Band laufen. In einer dritten Phase soll das Angebot weiter flexibel ausgebaut werden. Mit der Petit Forestier Group gibt es zudem bereits einen ersten offiziellen Aufbauten-Spezialisten für Kühltechniklösungen, der mit Kia zusammenarbeiten wird. Auch Rollstuhlfahrer-gerechte Umbauten soll es dann geben.
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