Der Citroën ë-C4 ging Anfang 2025 mit dezentem Facelift und gewohnt markantem Design an den Start. Doch wie schlägt sich der kompakte Stromer im Alltag? Wir haben das Update des ë-C4 ausführlich getestet.
Mit dem Facelift des Citroën ë-C4 (Modelljahr 2025) setzt der französische Hersteller auf behutsame Modernisierung: Äußerlich gibt es dezente Anpassungen am Design, innen bleibt fast alles beim Alten. Überzeugt der Stromer hingegen mit seiner Reichweite? Wir haben den überarbeiteten ë-C4 mit der großen Batterie und 156 PS im Stadtverkehr, auf der Landstraße und auf der Autobahn getestet.
Bei dem Citroën ë-C4 Facelift hat sich äußerlich im Vergleich zum Vorgängermodell nicht viel getan. Bis auf ein angepasstes neues Logo und schmale Leuchtelemente hinten wie vorn bleibt es bei der flachen, coupèartigen Form der Vorgängergeneration. Das Innere des ë-C4 macht hingegen keinen besonders hochwertigen Eindruck. Viel spürbares Plastik ist verbaut, im Armaturenbrett, um die Mittelkonsole, entlang der Türen; das alles wirkt nicht sehr elegant. Auch das Lenkrad wirkt hart, ein wenig rutschig. Stauraum gibt es hingegen reichlich, vor allem die Mittelkonsole bietet viel Platz für kleine Gegenstände. Bei unserem Modell war außerdem eine Ladefläche für Smartphones mit dabei, zzgl. integrierter USB und USB-C-Anschlüsse. Darunter, eine zusätzliche Fläche zum Verstauen von kleinen Gegenständen. Direkt vor der Armlehne befindet sich noch ein Getränkehalter.
Ansonsten geht es im Cockpit des ë-C4 Baujahr 2025 recht haptisch zu. Knöpfe und Regler dominieren das Armaturenbrett unter dem Touch-Display, was aber nicht schlecht ist. Denn so lassen sich wichtige Einstellungen wie die Temperierung recht schnell anwählen. Über das Lenkrad lassen sich Voice-Control und ein eingebundenes Smartphone ansteuern oder auch die Lautstärke des Radios regulieren. Außerdem gibt es einen 10-Zoll Touchscreen mit einem 3D-Navigationssystem. Das Infotainmentsystem wirkt recht aufgeräumt und lässt sich intuitiv nutzen. Außerdem lassen sich Assistenzsysteme wie der Geschwindigkeitswarner und Spurhalteassistent über einen Knopf unter dem Touchscreen anwählen und ausschalten. Gut gelöst! Auf diese Weise muss man sich nicht erst durch Untermenüs navigieren, um Spurhalteassistent oder Geschwindigkeitswarner abzuschalten.
Das Infotainmentsystem präsentiert sich umfangreich ausgestattet. Dort finden Fahrerinnen und Fahrer zumindest all das, was sie im Alltag benötigen. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit sollten sie schnell merken, dass die relevanten Funktionen mit wenigen Klicks oder teilweise auch per Sprachsteuerung fix erreicht werden können. Und die Sprachsteuerung des Citroën ë-C4 kann sich hören lassen. Sie reagiert meistens unmittelbar auf den Befehl „Hallo Citroën“ und stellt dann auf Anweisung diejenigen Funktionen ab oder an, die man Citroën bittet ein- oder auszuschalten.


Über das Head-Up-Display werden Informationen wie Fahrgeschwindigkeit, Navigationsdaten und Entertainment- oder Telefoneinstellungen wie üblich in das Sichtfeld des Fahrers oder der Fahrerin projiziert, allerdings nicht auf die Windschutzscheibe, sondern auf eine Plexiglasscheibe, die beim Starten des Wagens aus dem Armaturenbrett fährt. Das dauert ein paar Sekunden. Unterm Strich ist das Display recht zuverlässig, wirkt allerdings altmodisch.
Beim Einstieg in den ë-C4 spaltet sich der Eindruck zwischen Vorne- und Hinten-Sitzer. Vorn steigt man recht tief ein, sitzt dann aber sehr bequem auf den, in unserem Fall, Kunstledersitzen. Nur die Kopfstütze ist ein wenig wackelig und aufgrund der Art, wie sie formbedingt den Kopf stützt, zeitweise unkomfortabel. Während sowohl Fahrer als auch Beifahrer im Cockpit noch genug Platz haben, sieht es auf der Rückbank schon schlechter aus. Für große Passagiere wird es zur Decke hin eng. Schlaglöcher könnten sie in zweierlei Hinsicht spüren. Genug Komfort bietet die Rückbank aber grundsätzlich schon, sodass sich Mitfahrer nicht vor längeren Fahrten fürchten müssen. Abgesehen von der mangelnden Kopffreiheit zur Decke, mit der sich große Begleiter abfinden müssen, gibt es nach unten hin genug Beinfreiheit. Außerdem gibt es für sie in der Mitte der Rückbank ein herausklappbares Polster, in das auch Getränke gestellt werden können.
Die Fahrt mit dem ë-C4 ist komfortabel. Kleinere Unebenheiten steckt er einigermaßen gut weg. Größere Unebenheiten spürt man allerdings schon deutlich. Außerdem mussten wir uns bei unserem Modell erstmal an die Bremse gewöhnen, die kräftig durchgedrückt werden wollten, um eine stärkere Bremsung hinzulegen. Eine Rakete ist der ë-C4 nicht gerade und präsentiert sich auf freier Strecke mit eher gemäßigter Beschleunigung. Schließlich gibt die große Batterie nur 54-kWh Batterie her, was 156 PS entspricht. Von null auf 100 km/h benötigt er ca. 10 Sekunden, ungefähr so viel wie beim Mazda CX-30. Ab 150 wird er elektronisch abgeregelt, mit ein bisschen Rückenwind schafften wir es aber noch auf 152 km/h. Das Parken macht Citroën seinen Fahrern hingegen leicht, indem man während des Parkvorgangs auf dem Touch-Screen zwischen Vorderkamera und Rückfahrkamera wechseln kann.
Schließlich noch die Königsdisziplin beim E-Auto: die Reichweite. Maximal 416 Kilometer fährt der ë-C4 vollelektrisch mit einer Ladung, natürlich bei optimalen Fahrbedingungen. Dass die tatsächliche Reichweite im Alltag schon weniger wird, steht außer Frage. Aber mit aktivierter Rekuperation, die sich über eine schmale Schalttafel direkt in der Mittelkonsole ansteuern lässt, kann man dem Reichweitenverlust entgegenwirken. Am Schnelllader standen wir schließlich 42 Minuten und luden in der Zeit laut Bordcomputer 344 Kilometer oder 41 kWh. Das hat die Herstellerangaben für das DC-Laden (35 Minuten von 0-80 Prozent) jedoch deutlich überschritten.
Werfen wir schließlich noch einen Blick auf den Verbrauch. Der ist bei E-Autos noch immer die Achillesverse. Citroën gibt den Stromverbrauch unseres Testwagens mit (kombiniert) 14,9 – 15,0 kWh/100 km an, natürlich nicht ohne Disclaimer: „Die Werte eines Fahrzeugs hängen nicht nur den der effizienten Ausnutzung des Kraftstoffs durch das Fahrzeug ab, sondern werden auch vom Fahrverhalten und anderen nichttechnischen Faktoren beeinflusst.“ Bei unseren Fahrten merkten wir insbesondere auf der Autobahn, dass die schnelle Fahrt nichts für den Citroën ist. Denn dort verlor er zügig an Reichweite. Und das kann bei kleinen Batterien schnell mal zum Problem werden. Bei gemäßigten Fahrten oder auch Fahrten mit mehreren verkehrsbedingten Stopps machten wir jedoch mit aktivierter Rekuperation einige Kilometer wett. Grundsätzlich brillierte der Stromer abseits der Autobahn mit guten Verbrauchswerten. Gerade bei Stop-and-Go sank der Verbrauch, weil die Rekuperation zeitweise wieder etwas Energie zurückholte. Wie unsere Verbräuche sich darstellten, sehen Sie hier:
Der Citroën ë-C4 präsentiert sich als alltagstauglicher Stromer mit reichlich Ausstattung für einen dennoch moderaten Preis. Die Bedienung im Inneren ist durch viele physische Tasten angenehm, auch die Sprachsteuerung überzeugt. Beim Interieur fällt jedoch die eher einfache Materialauswahl negativ auf, ebenso wie der Kofferraum ohne automatische Öffnung. Der Fahrkomfort ist insgesamt in Ordnung, auch wenn größere Unebenheiten spürbar bleiben und die Bremsen etwas Gewöhnung brauchen. Die Reichweite ist mit Rekuperation effizient nutzbar – lediglich bei hohem Tempo geht es spürbar bergab. Insgesamt ist der ë-C4 ein solides E-Auto, besonders für Fahrer, die Funktionalität über sportliche Performance stellen.