Vom Paneltalk bis zur Probefahrt: Das Forum mobility & work zeigt, wie Mobilitätsverantwortliche zum strategischen Treiber im Unternehmen werden.
Frische Ideen, smarte Technologien, nachhaltige Ansätze – mit genau diesem Mix ging am 14. Mai 2025 das erste FORUM mobility & work in Zusmarshausen erfolgreich zu Ende. Die Premiere zeigte: Wer betriebliche Mobilität weiterdenken will, braucht den offenen Austausch. „Was Sie heute erwartet, sind vier Dinge: Informieren, Qualifizieren, Erfahren und Vernetzen. Also Wissen mitnehmen, Praxis erleben, Kontakte knüpfen“, versprach Clemens Noll-Velten, FORUM mobility & work, den rund 250 Teilnehmenden vor Ort. Versprechen gehalten! Dafür haben die Speaker ordentlich PS auf die Straße gebracht. Insgesamt 18 Vorträge und Workshops, einen Live-Podcast, Live-Vorführungen und einen Paneltalk konnten die Teilnehmenden besuchen.
Für viele war jedoch das Highlight: die zahlreich angebotenen Probefahrten mit E-Autos. Und das bei „Kaiserwetter“, wie Reinhold Braun, Geschäftsführer von Sortimo, in seiner Begrüßung betonte. Exklusive Werksführungen gaben zudem Einblicke, wie aus Transportern rollende Werkstätten werden.
Digitale Tools sind längst Teil der Mobilitätsplanung – aber wie gelingt der sinnvolle Einsatz? Stefan Bohlken und Karl-Heinz Krawczyk zeigten in ihren Praxisbeiträgen, wie sich Prozesse wie Baustellendokumentation oder Einsatzplanung effizient digitalisieren lassen.
Auf der Mainstage unter dem Campus konnte die Besucher beim Forum erleben, wie ein Podcast live aufgenommen wird: Bei „Doppel D – der Businesstalk“ diskutierten Dominik Wilder und Dominik Stark (GBS Kühlanlagen) vor Publikum zusammen mit Eike Graf von Saurma-Jeltsch (Sixt) und Sascha Auer (Sortimo) über moderne Arbeitsweisen und Digitalisierung im Handwerk.
Auch Personalthemen wurden in den Blick genommen: Wie unterstützt moderne Mobilität das Recruiting? Wie wird sie zum Standortvorteil? Referentin Kathrin Post-Isenberg lieferte spannende Einblicke, wie Social Media und Mobilitätsangebote gezielt zur Fachkräftegewinnung beitragen können – etwa durch Sichtbarkeit bei jungen Zielgruppen.
Der dritte große Themenblock drehte sich um innovative Mobilitätskonzepte für Betriebe. In fünf Workshops erfuhren die Teilnehmenden alles rund um den Fuhrpark, sei es (steuer-)rechtlich oder ganz praktisch. Rechtsanwältin Dr. Katja Löhr-Müller betonte zum Beispiel in ihrem Vortrag „Haftung & Steuern – Die rechtlichen Stolpersteine im Mobilitätsmanagement“, dass mit einem Poolfahrzeug keine privaten Fahrten erlaubt sind. „Es ist immer die Frage, wann fällt das auf? Es sind die dummen Zufälle im Leben: sonntags passiert ein Verkehrsunfall oder der Fahrer wird sonntags im Poolfahrzeug geblitzt“, gab sie zu bedenken. Kommt es heraus, hat das steuerrechtliche Konsequenzen – und die können es in sich haben. Eines wurde in ihrem Vortrag deutlich: Es herrschen einige Unklarheiten bezüglich Steuerrecht, arbeitsrechtlicher Aspekte und Unfallschäden im Fuhrparkmanagement.


Auch sonst ist der Informationsbedarf beim Mobilitätsmanagement hoch. André Horl, Trainer der bfp AKADEMIE, wurde nach seinen Vorträgen von einigen Teilnehmenden befragt, die Lösungen für spezifische Herausforderungen, beispielsweise beim Controlling, benötigen. „Ich könnte stundenlang Vorträge halten über Sicherheit, Schäden, Kosten, Halterverantwortlichkeiten, Führerscheinkontrolle oder Ladungssicherung“, sagte er nach seinem Vortrag „Alternative Mobilität: Mobilitätsbudgets, Lastenrad zur Mitarbeitergewinnung und Bindung“.
Auf dem FORUM mobility & work wurde deutlich: Betriebliche Mobilität ist kein reines Fuhrparkthema mehr – sie ist strategische Aufgabe und zentraler Hebel für Unternehmenserfolg. „Betriebliche Mobilität ist Chefsache – wer heute gestaltet, fährt morgen vorn“, brachte es Moderator Clemens Noll-Velten auf den Punkt. Gemeinsam mit Andreas Reichert (Mobiko), Thomas Unger (Sortimo), Christian Lochner (Mitsubishi & Great Wall Motors), Malte Schuler (Holman) und Dominik Stark (GBS Kühlanlagen) diskutierte Noll-Velten praxisnah, was betriebliche Mobilität heute leisten muss – und wo konkrete Hebel in den Betrieben liegen.


Die Diskussion zeigte eindrucksvoll: Jeder, der einen Fuhrpark betreut, übernimmt längst mehr als nur Verwaltungsaufgaben. Er hat auch die Möglichkeit, Konzepte zu entwickeln, Impulse zu setzen und ganz konkret Themen wie Nachhaltigkeit, Kosteneffizienz und Mitarbeiterbindung zu beeinflussen.
„Fuhrparkverantwortliche sind keine Verwalter, sondern Gestalter. Sie haben es in der Hand, im Unternehmen etwas zu bewegen – im wahrsten Sinne des Wortes” so Noll-Velten. Auch das Publikum nahm praktische Erkenntnisse mit: vom Mobilitätsbudget über E-Mobilität bis hin zur Frage, wie moderne Mobilität zum Pluspunkt im Recruiting wird. Entscheidend sei dabei nicht nur die Technik, sondern die Haltung: „Wer mit einem offenen Blick auf betriebliche Mobilität schaut, findet nicht nur neue Wege, sondern bessere“, so Noll-Velten.
Buchstäblich das Steuer übernehmen konnten die Teilnehmenden bei den Probefahrten, ein Angebot, das auf reges Interesse stieß. Zum Probefahren standen folgende Autos zur Verfügung:


Mit Vollgas gestartet, doch längst nicht am Ziel: Das FORUM mobility & work hat in Zusmarshausen gezeigt, wie spannend, vielfältig und praxisnah betriebliche Mobilität gedacht werden kann. Wer dieses Mal nicht dabei war, bekommt bald neue Chancen: Der nächste Stopp der Veranstaltungsreihe steht fest:
Wieder mit starken Themen, neuen Impulsen und reichlich Gelegenheit zum Austausch. Wer Zukunft gestalten will, meldet sich hier an: forummobilitywork.de.
(Mareike Rosenberger-Knewitz, handwerk.com).

