Foto: DS Automobiles

Fahrbericht

DS7 Crossback: Angriff auf die Premium-Klasse

Die noch junge PSA-Marke DS hat nun mit dem DS7 Crossback ein erstes eigenständiges Modell gebracht. Das SUV will ganz oben mitmischen.

Inhaltsverzeichnis

Hans-Joachim Mag

Bislang kennt man die PSA-Marke DS vor allem als Sub-Marke von Citroën. Das hat sich im vergangenen Jahr geändert, denn die Franzosen stellten sie als eigenständige Marke unter dem PSA-Dach auf. Nicht abwenden will man sich vom Premiumanspruch, denn auch in Zukunft soll DS dort Käufer finden, wo sich BMW, Mercedes, Audi und Co. tummeln. Beschleunigen soll das der DS7 Crossback. Das erste gänzlich eigenständige Modell der Marke – zuvor basierten sie auf Citroën-Modellen – soll die Botschaft in alle Welt tragen: Wir sind premium, und wir sind nicht wie die anderen.

Beim ersten Blick auf den erstaunlich wuchtig wirkenden DS7 kommt die Botschaft noch nicht so ganz rüber, doch spätestens beim Einsteigen ändert sich das. Tasten und Symbole betonen die Designform der Raute; mittig platziert ist ein zwölf Zoll großer Monitor, und links daneben ist ein gleich großer Bildschirm angebracht, der Tacho und vielfältige Informationen für den Fahrer bereit hält. Per Drehrad am Lenkrad lassen sich die Infos auf den Schirm schicken – je nachdem, was man gerade benötigt.

Sympathiepunkte sammelt er außerdem mit seinen LED-Leuchten, die nachts nach dem Abstellen des Motors einen ebenso hübschen wie überflüssigen Tanz hinlegen – einfach, weil sie es können.

Ist der DS7 Crossback premium?

Viele Funktionen werden per Touchscreen bedient, unter dem zentralen Monitor gibt es aber auch kleine Tasten, über die man die zentralen Funktionen wie Navigation, Audio und Telefon direkt ansteuern kann. Das wirkt alles sehr modern und hip – ebenso wie das edel anmutende Leder der Sitze, der Türverkleidungen und des Armaturenbretts. Die Raute als roter Design-Faden findet sich sogar in den Kippschaltern für Fenster und Fahrwerk wieder.

Angeboten wird der DS7 Crossback zunächst mit drei Motoren, zwei Diesel und einem Benziner. Wir fuhren den größeren der beiden Selbstzünder, Blue-HDi 180 genannt, der mit einem Achtgang-Automatikgetriebe kombiniert ist. Den kleineren mit 96 kW (130 PS) gibt es ausschließlich mit Handschalter. Wie der Name schon andeutet, generiert unser Vierzylindermotor 180 PS (130 kW) aus zwei Liter Hubraum – und das sehr sauber: Der Motor hält die strenge Euro 6d-Temp-Norm ein.

Auf welchen Motor sollte man setzen?

Angesichts der doch recht imposanten Größe des Crossback sollte man auf jeden Fall zu diesem Motor greifen, denn er scheint das Mindestmaß für den 4,57 langen und 1.610 kg schweren Wagen. Das maximale Drehmoment von 400 Newtonmetern liegt ab 2.000 Touren an und ermöglicht besonders im Stadtverkehr und auf der Landstraße ein komfortables Cruisen in niedrigen Drehzahlbereichen. Nachhaltiges Gasgeben goutiert der Motor mit einem leicht vernehmbaren Brummen und einem den 180 Pferdestärken gemäßen Beschleunigung.

Die Reaktionen auf die Befehle werden auch bedingt vom adaptiven Fahrwerk, das nicht nur die Gasannahme und die Federung verstellt, sondern auch die Lenkeigenschaften beeinflusst. Im Sportmodus kann er auch flotter, doch der Komfort ist eindeutig die Domäne des DS7 Crossback. Dazu passt die Ausstattung mit beheiz- und kühlbaren Vordersitzen (samt Massagefunktion) und einer Rückbank, deren Lehnen sich auf Knopfdruck in eine angenehm geneigte Position verschieben. Wie immer sind diese Änderungen Geschmacksache: Auf der Autobahn wirkt die Komforteinstellung des adaptiven Fahrwerks ein wenig zu weich und neigt zum Aufschaukeln, hier sollte man einen der anderen Modi wählen.

Wie viel Platz bietet der DS7 Crossback?

Zum schönen Komforteindruck passen nicht nur ein klangstarkes Soundsystem und die – fast schon selbstverständliche – Einbindung des Smartphones per Apple Car-Play oder Android. Auch die enorme Beinfreiheit im Fond sowie die Möglichkeit, die Neigung der Rücksitzlehnen elektrisch zu verstellen unterstreichen diese Eigenschaften.

Noch weiterhinten öffnet sich ein 555 Liter großer Laderaum, der sich auf ebene 1.752 Liter erweitern lässt. Schön auch, dass sich die Rücksitzlehnen von dort aus umlegen lassen und sich vier massiv wirkende Zurrösen finden. Als Extra angeboten wird auch ein Gepäcktrennnetz für 150 Euro. Apropos Sitze: Sie lassen machen einen guten Eindruck; in der Business-Ausstattung gibt es gar AGR-zertifiziertes Gestühl.

Welche Ausstattung(en) werden angeboten?

Nicht einfach zu durchschauen sind die Ausstattungsmöglichkeiten. So gibt es fünf Ausstattungslinien von Chic bis Business und viele Optionspakete. Parallel bieten die Franzosen aber auch vier „DS Inspirationen“ an, die aus Extras für die Optik innen und außen, aber auch für Komfort und Technik-Features bestehen. Wer hier zuschlägt wird 1.950 bis 7.150 Euro los, je nachdem welche Basis gewählt wurde.

Der Einstieg in die DS7-Crossback-Welt beginnt bei 31.490 Euro brutto für den Blue-HDi 130 mit Schalter in der niedrigsten Ausstattung chic. Am oberen Ende steht der große Diesel in der höchsten, der Business-Ausstattung für 43.090 Euro. Unser gut ausgestatteter DS7 in der dritthöchsten Ausstattung mit dem Zusatzpaket Opera (7.150 Euro) schlug mit 51.620 Euro zu Buche. Das summiert sich zu Kilometerkosten von 42,11 Cent je Kilometer oder 1.403 Euro monatlich.

Was kommt noch?

Der 180-PS-Diesel ist die erste Motorisierung, die man im DS7 Crossback hierzulande erwerben kann. In den kommenden Monaten folgen zunächst der kleine 1,5-Liter-Selbstzünder mit 96 kW/130 PS als vorläufiges Einstiegsmodell für 31.490 Euro und der 1,6-Liter-Benziner mit 165 kW/225 PS für 38.990 Euro, der wie seine Diesel-Kollegen ein Vierzylinder ist. Im Sommer kommt dann der 180-PS-Vierzylinder-Benziner und der 96 kW/130 PS starke Dreizylindermotor. Nur die beiden schwächsten Varianten werden mit einem manuellen Sechsgang-Getriebe kombiniert, während alle anderen Motoren serienmäßig mit der sehr komfortablen, ruckfreien Achtgang-Wandler-Automatik angeboten werden.

Die Elektrifizierung folgt dann Mitte 2019 mit dem ersten Plugin-Hybrid des PSA-Konzerns, der den Zusatz Tense 4x4 bekommt. Er bringt es mit dem 1,6-Liter-Vierzylinder und zwei Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse auf eine Systemleistung von 300 PS, soll laut der neuen WLTP-Norm 50 Kilometer rein elektrisch fahren können und verfügt dank der E-Aggregate auch als einzige Variante des DS7-Portfolios über Allradantrieb.

Betriebskosten DS7 Crossback

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