Foto: Daimler AG

Teil 1 der bfp-Serie

Konnektivität im Dienstwagen – das bieten deutsche Autobauer

Infotainment gewinnt an Bedeutung, wie auch die Ausstattung von Flottenfahrzeugen zeigt. Was wird bei deutschen Herstellern geordert? Was gibt es in Serie?

Von Wolfgang Schäffer

Nicht nur, aber vor allem bei jüngeren Menschen haben sich Wünsche an ein Fahrzeug in den vergangenen Jahren verändert. Statt auf PS, Hubraum oder Drehmoment wird auf Konnektivität geachtet. Für 40 Prozent der Käufer sind Qualität und Umfang des Infotainments mittlerweile ein wichtiges Argument bei der Entscheidung. Das gilt inzwischen auch für einen Großteil der Außendienstmitarbeiter, die sich für einen Dienstwagen entscheiden.

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Käufer im privaten Bereich sind bereit, bis zu zehn Prozent des Autopreises für eine entsprechende Ausstattung zu zahlen. Es gibt bislang keine Untersuchungen für den gewerblichen Bereich dazu, in dem Versteuerung und Car Policy eine nicht unerhebliche Rolle spielen.

Was Konnektivität können muss

Die Anforderungen an die Konnektivität sind vielfältig. Auf der einen Seite sind es die Fahrzeugnutzer, die mit der entsprechenden Ausstattung eine Steigerung des Komforts erwarten. Flottenmanager profitieren davon ebenfalls, indem sie schnellen und oft direkten Zugriff auf die Fahrzeugdaten erhalten. Technische Probleme sind damit häufig schneller zu erkennen und können rechtzeitig behoben werden. Auch der administrative Aufwand lässt sich reduzieren, da die Flotte zielgenauer und effizienter zu steuern ist.

Die Kunden haben dabei ganz individuelle Erwartungen und Fragen: Wie schnell verbindet sich das Smartphone mit dem Auto? Wie stabil läuft der Datentransfer? Wie funktioniert der Zugriff auf Social Media? Aber eben auch: Gibt es Verkehrsmeldungen in Echtzeit? Kann ich mit meinem Smartphone auf Fahrdaten zugreifen?

bfp-Serie Teil 2: Das haben europäische Autobauer im Angebot

Zur digitalen Ausstattung zählen zudem Extras wie USB-Anschlüsse, Bluetooth-Freisprecheinrichtungen, Sprachsteuerung sowie das in Zukunft gesetzliche vorgeschriebene Notrufsystem e-Call. Viele Fragen und Anforderungen, auf die die Fahrzeughersteller entsprechende Antworten in den Autos geben.

Audi: Update kommt "over the air"

In der Oberklasse ist der Audi A6 – überwiegend als Avant und mit einer TDI Motorisierung – im Fokus der Fuhrparks, in der Mittelklasse ist es der A4 in derselben Konfiguration. In der Kompaktklasse wird der A3 als viertüriger Sportback besonders nachgefragt. Der A1 in der Kleinwagenklasse wird hingegen eher weniger von Flottenkunden geordert. Die greifen in dieser preissensiblen Klasse eher zu günstigeren Marken und Modellen als zu Premiumautos", nennt Audi-Sprecher Michael Crusius die in Fuhrparks besonders gefragten Baureihen der Marke mit den vier Ringen.

Bei allen neuen Modellen (neue Typzulassung) ab April 2018 sei das gesetzlich vorgeschriebene e-call-Notrufsystem in Serie, in vielen älteren Typen seit Jahren schon optional. Zur Nutzung des Infotainmentsystems Audi connect sei immer ein optionales Navigationssystem notwendig.

"Lebenslanges kostenloses Navigationskartenupdate"

"Ab Audi A6 aufwärts sind das Navigationssystem und Audi connect mit dreijähriger Lizenzlaufzeit Bestandteil der Serienausstattung. Besonders hervorzuheben ist die Tatsache, dass die Modelle A7 und A8 ein lebenslanges kostenloses Navigationskartenupdate haben. Dieses wird vier Mal im Jahr angeboten, bei aktiven Audi-connect-Lizenzen sogar `over the air` per Mobilfunkverbindung direkt ins Auto", so Crusius.

Audi connect kostet 350 Euro für einen A4, die dafür notwendige kleine MMI-Navigation 1.500 Euro. In der großen MMI-Navigation plus zum Preis von 2.840 Euro ist Audi connect bereits integriert. "Grundsätzlich ist die Ausstattungsrate mit Audi connect bei Flottenfahrzeugen höher als bei Privatfahrzeugen", weiß Crusius.

Mercedes-Benz: Dienste via Connect Business

Mit smart fortwo, A-Klasse, CLA, GLA, C- und E-Klasse, dem GLC, dem GLE sowie S- und V-Klasse ist Mercedes sowohl in den Fuhrparks als auch im klassischen Geschäftswagenbereich umfangreich vertreten. Alle Mercedes-Benz Fahrzeuge ab Produktionsdatum 09/2014 verfügen über ein werkseitig verbautes Kommunikationsmodul, um die Connect-Business-Dienste im Fuhrpark zu nutzen.

"Welche Dienste gebucht werden, kann vom Fuhrparkverantwortlichen selbst und individuell für jedes Fahrzeug entschieden werden", veranschaulicht Meri Todorovic, Pressesprecherin Mercedes-Benz Vertrieb. Mit Abschluss des Rahmenvertrags sei der Dienst "Vehicle Monitoring & Maintenance" standardmäßig aktiviert und liefere dem Fuhrparkmanager Zustandsdaten des jeweiligen Fahrzeugs. Die Dienste "Vehicle Logistics", "Driver Messaging" und das elektronische Fahrtenbuch "Digital Driver’s Log" können zusätzlich aktiviert werden.

Dienste sind "markenübergreifend nutzbar"

"Die Konnektivitätsdienste von Connect Business sind markenübergreifend nutzbar. Über eine Nachrüstlösung kann jedes Fahrzeug, unabhängig von Marke und Baujahr, die relevanten Daten an die Connect Business-Plattform übermitteln. Damit können Fuhrparkverantwortliche ihren gesamten Fuhrpark optimieren", so Todorovic.

Navi und Handyvorrüstung, die zum Umfang der Konnektivität gehören, seien inzwischen weitgehend in den Car Policys vorgesehen. "Insgesamt können durch den Einsatz von Konnektivitätsdiensten die Prozesse im Fuhrpark optimiert und damit Kosten gesenkt werden. Damit unterstützt Connect Business das Ziel eines kostenoptimierten Einsatzes von Fahrzeugen im Fuhrpark", wirbt Todorovic für den Konnektivitätsdienst.

Opel hat Must-haves im Angebot

Auch Opel verzeichnet wie fast alle Hersteller bei Fuhrparkkunden eine steigende Nachfrage nach SUV. So stehen Mokka X, Crossland X und Grandland X hoch im Kurs. Ansonsten sind der Corsa als Kleinwagen, der Astra in der Kompaktklasse und der Insignia als Mittelklassemodell in der Flotte beliebt.

In allen Ausstattungslinien des Astra ab Edition ist das Radio R 4.0 Intellilink serienmäßig enthalten. Das System enthält einen 7-Zoll-Farb-Touchscreen, Bluetooth, Freisprecheinrichtung, Anzeige von Telefonbuch und Ruflisten, es ist mit bis zu fünf Mobiltelefonen koppelbar, beinhaltet ferner USB-Anschluss, automatische Musikerkennung sowie Smartphone Integration-via Apple CarPlay und Android Auto.

R 4.0 Intellilink ist im Insignia in allen Ausstattungen serienmäßig enthalten. "In den Ausstattungslinien Dynamic, Innovation, Exclusive und Ultimate wird das Infotainmentsystem Navi 900 Intellilink serienmäßig verbaut", sagt Sprecher Axel Seegers. Das Navigationssystem mit integriertem Speicher, Straßenkarten für mehr als 30 europäische Länder, eine Kartendarstellung in 2D und 3D und die dynamische Zielführung via erweitertem Traffic Message Chanel seien darin enthalten.

Die kabellose Auflade-Funktion von Smartphones in der Mittelkonsole (Serienausstattung bei Ultimate) ist ab der Linie Edition für einen Aufpreis von 190 Euro erhältlich. Für den Astra kann das 900er-System gegen einen Aufpreis von 990 Euro geordert werden.

Konnektivitätsfeatures "können den Wiederverkauf positiv beeinflussen"

"Konnektivitätsfeatures bekommen eine immer stärkere Bedeutung bei Neu- sowie Gebrauchtwagen und können den Wiederverkauf positiv beeinflussen, da diese Funktionen teilweise vorausgesetzt werden", weiß Seegers. Die Bluetooth-Schnittstelle als Möglichkeit einer Freisprecheinrichtung sei ein "Pflicht-Ausstattungsfeature".

"Mit unseren Business-Ausstattungslinien tragen wir auch dieser Entwicklung Rechnung. Im Fall vom Astra ist dies die Business Edition, ergänzt um Business-Pakete, die speziell auf die Bedürfnisse von Dienstwagenfahrern zugeschnitten sind. Beim Opel Insignia bieten wir hier sowohl die Ausstattungslinien Business Edition (inklusive Navi 900 Intellilink) als auch Business Innovation an", konkretisiert Seegers.

Diese Business-Ausstattungslinien gibt es auch beim Grandland X und Zafira. "Eine Bluetooth-Schnittstelle ist aber als Mindestanforderung heute ein Must-have – genauso wie je nach Fahrzeugsegment ein fest integriertes Navigationssystem und andere Konnektivitätsausstattungen", ergänzt Seegers.

Volkswagen bietet Digital-Services

Das Flottensortiment bei VW ist umfangreich: Up und Polo sind bei den Kleinen beliebt, in der Kompaktklasse Golf und Tiguan, in der Mittelklasse der Passat Variant und in der Oberklasse der Touareg. Für den Polo, Golf, Tiguan und Passat Variant stehen optional die aufpreispflichtigen - und fast immer abhängig vom gewählten Infotainmentsystem - App-Connect, Guide & Inform und Security & Service Plus zur Verfügung.

"Technische Weiterentwicklung des im Automobilbau vorherrschenden Standard"

Schnittstellen zur Integration von Smartphones wie „App-Connect“ werden dabei via Volkswagen Car-Net um die Online-Dienste ergänzt. Auswirkungen auf den Restwert sieht Sprecher Philipp Doerfler nicht: "Im Grundsatz sind die neuen Konnektivitätsfunktionen eine technische Weiterentwicklung des im Automobilbau vorherrschenden Standards, die kaum Einfluss auf die Wertstabilität haben.“

Teil 2 der bfp-Serie

Konnektivität im Dienstwagen - das bieten europäische Autobauer

Infotainment gewinnt an Bedeutung, wie auch die Ausstattung von Flottenfahrzeugen zeigt. Was wird bei europäischen Importeuren geordert? Was gibt es in Serie?

Telematik

Flottensteuerung: Daimler bringt „Driver Messaging“

Neuer Konnektivitätsdienst soll sichere und effiziente Kommunikation zwischen Fuhrparkmanager und Fahrer ermöglichen.

Ausrüstung

Škoda bietet Konnektivität serienmäßig

System "Connect" jetzt in den Modellreihen Fabia, Rapid, Octavia, Karoq, Kodiaq und Superb. Tool für das Flottenmanagement.

Konnektivität

Škoda: Kommunikation über Alexa

Konnektivitätspaket Škoda Connect ermöglicht Interaktion zwischen Fahrer und Fahrzeug. Ab sofort auch über den Alexa Škoda Connect Skill.